Santa Marta statt Vatikan-Palast Papst Franziskus wohnt weiter im Gästehaus

Seine Wohnung im Apostolischen Palast ist inzwischen fertig eingerichtet, doch umziehen will Franziskus noch nicht. Der Papst wohnt vorerst weiter im Gästehaus Santa Marta - in durchaus gediegenem Ambiente.

AFP/ Osservatore Romano

Rom - Der neue Papst zeigt sich weiter bescheiden: Statt in die hergerichtete Wohnung im Apostolischen Palast zu ziehen, will Franziskus vorerst im Gästehaus Santa Marta im Vatikan bleiben. "Er hat den Gästen dort heute Morgen zu verstehen gegeben, dass sie noch eine gewisse Zeit zusammenleben werden", berichtete Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Es gefalle dem Papst, "inmitten der anderen Mitglieder der Geistlichkeit" zu wohnen.

Das Gästehaus Santa Marta umfasst 120 Zimmer. Während des Konklaves waren hier die Kardinäle untergebracht. Inzwischen hat Franziskus sein kleines Zimmer gegen eine Suite mit drei Räumen getauscht. Dort könne er auch im Rahmen seiner Tätigkeit Besucher empfangen, sagte Lombardi.

Die weitläufige päpstliche Wohnung im dritten Stock des Apostolischen Palasts nutzt Franziskus den Angaben zufolge nur, um für das Angelus-Gebet auf deren Balkon zu treten. Außerdem gehe er zum Arbeiten in die Bibliothek im Palast.

Seit seiner Wahl am 13. März hat Franziskus mit mehreren Gesten seine Bescheidenheit demonstriert. So stieg er nach seiner Wahl nicht in die vorgesehene Limousine, sondern teilte sich mit anderen Kardinälen einen Kleinbus, um zum gemeinsamen Essen zu fahren. Er ließ sich ohne Polizeieskorte durch Rom fahren und zahlte zudem selbst die Rechnung eines kirchlichen Gästehauses, in dem er vor dem Konklave gewohnt hatte.

hut/dpa/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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schnubber 26.03.2013
1. Bescheidenheit als Protest
Da fragt man sich doch, warum seine klerikalen und weltlichen Mitarbeiter die Unverschämtheit besitzen, sich nicht schnellstens in Holzhütten einzuquartieren und die gute Tradition der Bettelmönche wieder zu pflegen. Oder ist es Bescheidenheit als Protest gegen den Nebenpapst? Mir sind Chefs unheimlich, die sich ständig bücken und hinknien und so tun als würden sie einem die Füße küssen. Entweder stimmt das Gehalt nicht, oder sie brüten wahrlich Böses aus! Setz dich endlich auf den goldenen Stuhl, Franziskus!
cmueller 26.03.2013
2. schön...
Zitat von sysopDPA/ Osservatore RomanoSeine Wohnung im Apostolischen Palast ist inzwischen fertig eingerichtet, doch umziehen will Franziskus noch nicht. Der Papst wohnt vorerst weiter im Gästehaus Santa Marta - in durchaus gediegenem Ambiente. Papst Franziskus bleibt vorerst im Gästehaus Santa Marta - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-bleibt-vorerst-im-gaestehaus-santa-marta-a-891081.html)
...das ist doch mal eine gesunde Haltung, als Mensch unter Menschen leben zu wollen.
heineborel 26.03.2013
3.
Zitat von schnubberDa fragt man sich doch, warum seine klerikalen und weltlichen Mitarbeiter die Unverschämtheit besitzen, sich nicht schnellstens in Holzhütten einzuquartieren und die gute Tradition der Bettelmönche wieder zu pflegen. Oder ist es Bescheidenheit als Protest gegen den Nebenpapst? Mir sind Chefs unheimlich, die sich ständig bücken und hinknien und so tun als würden sie einem die Füße küssen. Entweder stimmt das Gehalt nicht, oder sie brüten wahrlich Böses aus! Setz dich endlich auf den goldenen Stuhl, Franziskus!
Für die meisten Chefs ist Bescheidenheit auch keine gewünschte Eigenschaft. Bei Päpsten würde ich das anders sehen, ist eben doch ein ganz spezieller "Chefposten", den Franziskus da übernommen hat...
zappa99 26.03.2013
4. Komplett andere PR als bei Ratzi, seinerzeit
Entweder er ist ein Naturtalent oder sie haben die PR-Abteilung flottgemacht. Bei Bededikt ging es um Hermelin-Mäntelchen und rote Schüchen und dererlei. Wie allerdings Franziskus den Vatikan und das Bescheidenheitsgebot Jesu unter ein Dach bringen will könnte noch spannend werden.
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