Papst-Botschaft Verzicht muss wehtun

Der Papst stimmt die Gläubigen mit klaren Worten auf die nahende Fastenzeit ein. Verzicht müsse richtig wehtun, fordert Franziskus: "Ich misstraue dem Almosen, das nichts kostet und nicht schmerzt."

Papst Franziskus: "Ich misstraue dem Almosen, das nichts kostet"
AFP

Papst Franziskus: "Ich misstraue dem Almosen, das nichts kostet"


Rom - Papst Franziskus hat die gesamte Kirche dazu aufgerufen, in der Fastenzeit Menschen in materieller, moralischer und spiritueller Not nicht bloß halbherzig zu helfen. "Es wird uns guttun, uns zu fragen, worauf wir verzichten können", teilte der Papst mit.

Die katholische Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch, der in diesem Jahr auf den 5. März fällt. Franziskus setzt sich für eine wirkliche und überlegte Buße zur Fastenzeit ein, gerade in wohlhabenden Ländern. "Ich misstraue dem Almosen, das nichts kostet und nicht schmerzt", schreibt er. "Vergessen wir nicht, dass wahre Armut schmerzt: Ein Verzicht, der diesen Aspekt der Buße nicht einschließt, wäre bedeutungslos."

Gott habe das Heil auch nicht einfach von oben herabfallen lassen "wie das Almosen desjenigen, der einen Teil des eigenen Überflusses mit mitleidiger Geste hergibt". Dringend notwendig sei eine Umkehr des Gewissens hin zu den Werten der Gerechtigkeit, der Gleichheit, der Genügsamkeit und des Teilens. Man solle sich dabei nach Christus richten, der durch seine Armut reich gemacht habe.

Franziskus selbst gilt als volksnah und verzichtete in der Vergangenheit mehrfach auf die strikten Sicherheitsvorkehrungen des Vatikans, um den Gläubigen nahe zu sein. Seinen 77. Geburtstag feierte er im Dezember mit vier Obdachlosen. Die Gläubigen, die oft in der Umgebung des Petersplatzes übernachten, hatte er zu einer Messe und einem Frühstück im Gästehaus St. Martha im Vatikan eingeladen.

wit/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 58 Beiträge
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cassandros 04.02.2014
1. truth hurts, oder: Der Überbringer schlechter Nachrichten wird....
Zitat von sysopAFPDer Papst stimmt die Gläubigen mit klaren Worten auf die nahende Fastenzeit ein. Verzicht müsse richtig wehtun, fordert Franziskus: "Ich misstraue dem Almosen, das nichts kostet und nicht schmerzt." http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-fordert-radikales-fasten-a-950995.html
Verzicht muss wehtun! - Wer übermittelt die unfrohe Botschaft nach Limburg?
01099 04.02.2014
2.
Bevor jetzt wieder alle aus der Haut fahren: Verzicht ist eine freiwillige Sache. Der Papst mein sicher nicht "Armut", wenn er davon spricht.
max-mustermann 04.02.2014
3.
Also mich schmerzt es auch jedesmal wenn ich den Humbug höre den irgendwelche abergläubische Menschen erzählen.
Na Sigoreng 04.02.2014
4. Erbpacht
Die Kirche nimmt, was sie kriegen kann - verzichten sollen die dummen Lämmer. Da wird ohne Scham zugegriffen.
torsten79 04.02.2014
5. Und worauf verzichtet der
Macht er uns den Obama oder lässt er seinen Worten auch "schmerzhafte Taten" folgen...? Bin ja mal gespannt, ob er mit gutem Beispiel seinen Schäfchen vorangeht...
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