Der Papst in Afrika Franziskus fordert stärkeren Kampf gegen Armut

Sechs Tage besucht Papst Franziskus Afrika. Zum Auftakt in Kenia richtete er mahnende Worte an die Regierung. Auf Sicherheitsbedenken reagierte er mit einem Scherz.

Papst Franziskus, Gastgeber Kenyatta: Auftakt in Kenia
REUTERS

Papst Franziskus, Gastgeber Kenyatta: Auftakt in Kenia


Zum Auftakt seiner ersten Afrika-Reise hat Papst Franziskus Kenias Regierung zu einer stärkeren Bekämpfung von Armut und Ungleichheit aufgefordert. Die Führung des ostafrikanischen Landes müsse sich integer und transparent für das Allgemeinwohl einsetzen, sagte Franziskus nach seiner Ankunft in der Hauptstadt Nairobi.

In einer Rede vor Präsident Uhuru Kenyatta und weiteren Regierungsmitgliedern sagte er: "Ich fordere Sie insbesondere auf, wahre Sorge für die Bedürfnisse der Armen zu zeigen." Tausende Kenianer säumten die Straßen Nairobis, als die Wagenkolonne des Papstes vorbeifuhr. Viele winkten, schwenkten kenianische Fahnen und jubelten Franziskus zu.

Weniger als ein Dollar pro Tag

Der Papst hat die Bekämpfung der Armut zu einem zentralen Thema seines Pontifikats gemacht. Kritiker werfen Kenias Führung vor, sich nicht entschlossen genug dafür einzusetzen, die Lebensumstände der armen Bevölkerung zu verbessern. Etwa ein Viertel der rund 45 Millionen Kenianer muss von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben.

Neben Kenia wird Franziskus während seiner sechstägigen Reise auch Uganda und die Zentralafrikanische Republik besuchen. Überschattet wird der Aufenthalt von schweren Sicherheitsbedenken. In Kenia verübt die somalische Schabab-Miliz immer wieder Anschläge. In der Zentralafrikanischen Republik bekämpfen sich christliche und muslimische Milizen. Franziskus zeigte sich gelassen. "Ehrlich gesagt habe ich mehr Angst vor den Mücken", scherzte er auf dem Hinflug.

Armut in Kenia: Slum von Nairobi
REUTERS

Armut in Kenia: Slum von Nairobi

Während der Papstreise sind mehrere öffentliche Gottesdienste geplant. Allein zu einer Messe am Donnerstag in Nairobi werden mehr als eine Million Gläubige erwartet. Am Freitag will Franziskus ein Armenviertel am Rande der Hauptstadt besuchen.

Nach den islamistischen Attentaten in Frankreich und Mali will der Papst in Afrika für ein friedliches Nebeneinander der Religionen werben. Zudem wird erwartet, dass er soziale Ungleichheit und Korruption verurteilt. Wenige Tage vor Beginn des Uno-Klimagipfels in Paris will sich der Papst in einer seiner Reden erneut auch zu Umweltthemen äußern.

In Kenia, Uganda und der Zentralafrikanischen Republik leben etwa 33 Millionen Katholiken. Insgesamt bekennt sich ein Sechstel der Afrikaner zum katholischen Glauben.

sms/dpa/AFP



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herr_jaspers 25.11.2015
1. Zur Not
die eigene Tasche aufmachen, und nicht bloß das Händchen aufhalten...möglicherweise etwas zu kommunistisch gedacht, aber durchaus überlegenswert. Die RKK hat jedes Maß und jeden moralischen Anspruch - so er denn einmal bestand - längst verloren. Daran ändert auch der ach so tolle Stellvertreter (welch Blasphemie wenn man daran glaubt, ansonsten nur ein Operettentitel) nichts, und zwar in 1000 Jahren nicht. MfG Jaspers
kauaii1414 25.11.2015
2. some people talk, some pople do ...
https://www.facebook.com/WHYOutreach/photos/a.651219808240714.1073741832.210188172343882/1118893944806629/?type=3&fref=nf
p.donhauser, 25.11.2015
3.
dann sollen mal die kleptokraten weniger in die CH überweisen. aber daß traut er sich nicht zu sagen.
river runner 25.11.2015
4. Außer Schimpfpredigten nichts Neues
Bevor er nach Afrika abgereist ist, hat er noch Zeit für eine Predigt gegen die Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland gefunden. Selbstverständlich hindert ihn das nicht, die Kirchensteuerprivilegien der rkk (siehe Reichskonkordat) in Deutschland beizubehalten. Papstrede an deutsche Bischöfe: „Pastorale Neuausrichtung“ …..„Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland“. ….... http://de.radiovaticana.va/news/2015/11/20/papstrede_an_deutsche_bischöfe_„pastorale_neuausrichtung“/1188171 Volltext: Die Papstansprache an die deutschen Bischöfe http://de.radiovaticana.va/news/2015/11/20/ad_limina_der_deutschen_bischöfe_die_papstansprache/1188163
nika 25.11.2015
5. Ich glaube kaum, dass er da was anregen kann
...Papst Franziskus wird schön von den Politikern umgarnt und hofiert. Aber ausrichten wird er kaum was, da der politischen Oberschicht die Armen vollkommen egal sind. Da zählt in erster Linie, was für sie selbst rausspringt! Und wenn es nur ein Foto mit dem Papst ist. Macht sich nach außen gut.
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