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Wissenschaft und Glaube: Papst sieht keinen Konflikt von Evolution und Schöpfung

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Papst Franziskus: Urknall "widerspricht der kreativen Intervention Gottes nicht"

Katholischer Glaube und wissenschaftliche Erkenntnisse sind für Papst Franziskus kein Gegensatz. Der Urknall widerspreche nicht einer göttlichen Intervention, sagte das Kirchenoberhaupt. Er setze sie sogar voraus.

Vatikan-Stadt - Die katholische Lehre und die wissenschaftliche Evolutionstheorie stehen für Papst Franziskus nicht in Konflikt miteinander. Bei einem Termin an der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften sagte das Kirchenoberhaupt, Evolution in der Natur sei kein Gegensatz zur Überzeugung von einer göttlichen Schöpfung. Der Urknall werde heute als Ursprung der Welt angesehen, und er "widerspricht der kreativen Intervention Gottes nicht, sondern setzt sie im Gegenteil voraus".

Die katholische Kirche hatte über Jahrhunderte jede wissenschaftliche Erklärung für die Entstehung und Entwicklung des Universums abgetan und berühmte Wissenschaftler wie Galileo Galilei gezwungen, ihre Erkenntnisse zu widerrufen. Er hatte gezeigt, dass die Erde sich um die Sonne dreht - für die katholische Kirche damals ein Angriff auf den Glauben.

In jüngster Zeit hat die Kirche dagegen versucht, ihr Image als Feind der Wissenschaft abzulegen. Im Wesentlichen geben Franziskus' Worte deswegen auch die Positionen seiner Vorgänger wieder. Pius XII. bezeichnete Evolution als validen wissenschaftlichen Ansatz bei der Entwicklung der Menschheit. Johannes Paul II. bekräftigte dies 1996. Benedikt XVI. bekundete 2011, wissenschaftliche Theorien zum Ursprung und Entwicklung von Universum und Menschheit stünden zwar nicht in Konflikt mit dem Glauben, ließen aber viele Fragen offen.

ulz/AP/Reuters

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