Christmette im Petersdom Papst ruft zu Mitgefühl für Geflüchtete auf

"Die Kraft der Angst in eine Kraft der Liebe verwandeln": Papst Franziskus rief bei der Christmette im Petersdom dazu auf, Geflüchteten mit Nächstenliebe zu begegnen. Auch Maria und Josef seien einst geflohen.

Papst küsst Jesus-Statue
DPA

Papst küsst Jesus-Statue


Papst Franziskus hat bei der Christmette an Heiligabend dazu aufgerufen, Verfolgte und Vertriebene mit offenen Armen aufzunehmen. "Hinter den Schritten von Maria und Josef verbergen sich viele Schritte", sagte er. "Wir sehen die Spuren ganzer Familien, die auch heute gezwungen sind, von zu Hause wegzugehen."

Der Pontifex sprach an Heiligabend bei der Messe vor Tausenden Gläubigen im Petersdom in Rom. "Wir sehen die Spuren von Millionen Menschen, die nicht freiwillig gehen, sondern gezwungen sind, sich von ihren Lieben zu trennen, weil sie aus ihrem Land vertrieben werden."

Weihnachten sei die Zeit, "die Kraft der Angst in eine Kraft der Liebe zu verwandeln, in eine Kraft für eine neue Auffassung von Nächstenliebe", sagte das Oberhaupt der Katholiken. Man dürfe sich nicht mit Ungerechtigkeit zufrieden geben, sondern müsse den Mut haben, "inmitten von Spannungen und Konflikten zu einem Raum der Gastfreundschaft zu werden".

Franziskus setzt sich seit Beginn seines Pontifikats besonders für Migranten und Ausgegrenzte ein. Bei der Christmesse im vergangenen Jahr hatte er an die Kinder erinnert, die im Krieg oder auf der Flucht aufwachsen.

Am ersten Weihnachtsfeiertag (am Montag) - dem Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan - wird Franziskus auch den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" spenden.

Am 24. Dezember feierten auch Tausende Christen aus aller Welt im "Heiligen Land" Weihnachten: In Bethlehem traf am frühen Nachmittag die traditionelle Weihnachtsprozession ein, die von Jerusalem aus aufgebrochen war. Die Feiern wurden in diesem Jahr überschattet von der Krise um die umstrittene Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA.

Weihnachten in Jerusalems Altstadt
AFP

Weihnachten in Jerusalems Altstadt

Palästinensische Marschkapellen mit Trommeln und Dudelsäcken sowie junge Pfadfinder zogen durch die weihnachtlich geschmückten Straßen Bethlehems. Das Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa, führte die Prozession aus Jerusalem an. Auf dem Krippenplatz vor der Geburtskirche in Bethlehem wurde der in ein purpurfarbenes Gewand gekleidete Erzbischof von christlichen Würdenträgern feierlich in Empfang genommen.

In Jerusalems Altstadt waren am Sonntag viele bewaffnete Sicherheitskräfte unterwegs. An der Spitze der Prozession fuhr ein als Weihnachtsmann verkleideter Mann als Beifahrer auf einem Motorrad.

kry/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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KingTut 25.12.2017
1. Wie einst die Heilige Familie
Dem Heiligen Vater kann ich nur zustimmen: Wenn Menschen aus Bürgerkriegen und politischer Verfolgung flüchten, dann sollte man sie für die Dauer ihrer Bedürftigkeit unterstützen. Er nannte hier zu Recht das Beispiel von Maria und Josef, die mit dem Gotteskind nach Ägypten flüchteten und dort Aufnahme fanden. Wirklich Bedürftige sollten wir (die freien und demokratischen Länder) deshalb für die Dauer ihrer Bedürftigkeit unterstützen, damit sie eines Tages – wie einst die Heilige Familie – wieder in ihre Heimat zurückkehren können, wenn es die Umstände erlauben. Allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.
weltenbummler2015 25.12.2017
2. Bitte konkreter!
Statt unverbindlichem Geschwurbel ("Wir haben uns alle lieb...") sollte der Papst konkrete Forderungen stellen, z. B.: 1. Einstellung der Sanktionen gegen die syrische Bevölkerung, die der Westen nach wie vor betreibt. Schon im Irak sind dadurch 500.000 Kinder gestorben. Das sind 500.000 zu viel! 2. Verbot und Ächtung aller Waffenexporte! 3. Rückzug katholischer Finanzen aus Rüstungsfirmen! 4. Öffnung von Klöstern und kirchlichen Ländereien für tatsächliche Flüchtlinge! Friedliche Weihnachten!
zeisig 25.12.2017
3. Kirche profitiert finanziell von Hilfe.
Für die Kirche ist Flüchtlingshilfe ein großes Geschäft. Leben doch die caritativen Einrichtungen sehr gut von den Aufträgen, die sie vom Staat bekommen.
gersois 25.12.2017
4. Worte oder Taten?
Wie hilft der Vatikan konkret Flüchtlingen? Wieviele Flüchtlinge hat er aufgenommen? Satt das Märchen aus dem Lukas-Evangelium zu pflegen sollte die Kirche sich mehr auf den Kern der christlichen Botschaft besinnen und ihren Reichtum mit den bedürftigen teilen.
genugistgenug 25.12.2017
5. Die Worte hört man wohl, doch es fehlt der Glaube
Marketingtechnisch pickt sich der Papst die zur JAhreszeit passende Zielgruppe heraus - doch die eigene Kirche kassiert bei den Flüchtlingen kräftig mit, wie auch bei den ganzen anderen Menschen in Not die von ihnen "betreut" werden. Wo sind die Kirchen bei Hartz IV, Obdachlosigkeit, usw. Große Worte schwingen und die Subunternehmen wie Caritas, Diakonie, usw. bereichern sich an den notleidenden Menschen. Im kaum bekannten "Deutschen Verein e.V." sind ALLE Kirchen Mitglied, wie auch deren Sozialmafia und nehmen zusammen mit den Städten/Kommunen, usw. Einfluss auf dei Politik und die Geldverteilung zur "Hilfe". Die Gelder des ESF (Europäischen Sozialfonds) werden entsprechend verteilt und bei den Armen gestrichen, u.a. lieferte dieser Verein die Begründung für die Streichung des Mehrbedarfs für Diabetiker beim Hartz IVerbrechen. Die alte Regel wurde um einen 3. Punkt erweitert: 1. Staat: ich halte sie arm 2. Kirche: ich halte sie dumm 3. Sozialmafia: ich halte sie ruhig Schaubild Einflussnahme https://www.deutscher-verein.de/de/wir-ueber-uns-verein-1283.html Mitglieder https://www.deutscher-verein.de/de/wir-ueber-uns-unsere-mitglieder-1185.html?buchstabe=C
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