Treffen zwischen Papst und Tebartz-van Elst Klinkenputzen beim Papst

Die Spannung im Vatikan steigt: Am Mittag gewährt Papst Franziskus dem umstrittenen Limburger Bischof Tebartz-van Elst nach Tagen des Wartens eine Audienz. Auch Kardinal Meisner trifft mit dem Kirchenoberhaupt zusammen. Er gilt als Tebartz-Unterstützer.

DPA

Rom - Für Franz-Peter Tebartz-van Elst steht viel auf dem Spiel: Im Vatikan kommt es zu der mit Spannung erwarteten Begegnung des angeschlagenen Limburger Bischofs mit Papst Franziskus. Nach Angaben eines Bistumssprechers wird Tebartz-van Elst eine Audienz gewährt. Laut "Bild"-Zeitung findet das Treffen um 12 Uhr statt.

Tebartz-van Elst steht wegen seines Führungsstils und der enormen Kostensteigerung beim Bau der neuen Bischofsresidenz in Limburg in der Kritik. Ihm werden Verschwendung und Verschleierung der Kosten vorgeworfen. Er hält sich seit Sonntag voriger Woche in Rom auf, ein Treffen mit Franziskus war bislang jedoch nicht zustande gekommen. Der Limburger Oberhirte hatte Mitte Oktober angekündigt, "dass die Entscheidung über seinen bischöflichen Dienst in Limburg in den Händen des Heiligen Vaters liegt, von dem er in die Diözese gesandt wurde".

Berichte, denen zufolge Tebartz-van Elst nicht zu einem Amtsverzicht bereit ist, nannte ein Limburger Bistumssprecher am Wochenende Spekulation. Der Bischof werde abwarten, was der Prüfbericht ergebe. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hatte am vergangenen Donnerstag mit Franziskus über die Affäre gesprochen, aber anschließend keine Details genannt. Das Treffen hatte ebenfalls um 12 Uhr stattgefunden.

Auch Meisner bei Papst Franziskus

Neben Tebartz-van Elst hat auch der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner eine Audienz bei Papst Franziskus. Laut "Bild"-Zeitung trifft Meisner um 11.30 Uhr mit dem Papst zusammen. Diese Privataudienz war laut dem Erzbistum Köln bereits vor einigen Monaten vereinbart worden. Über die Gesprächsthemen wurde nichts bekannt. Limburg gehört zur Kirchenprovinz Köln, Meisner galt bisher als Unterstützer von Tebartz-van Elst. Ein Thema bei der Privataudienz ist möglicherweise auch Meisners Rücktrittsgesuch, das er im September bei einem Besuch im Vatikan eingereicht hatte.

Die Baukosten für den Bischofssitz in Limburg werden mittlerweile auf mindestens 31 Millionen Euro beziffert, noch im Dezember 2010 war von 5,5 Millionen Euro die Rede gewesen. Tebartz-van Elst steht auch unter Druck, weil die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen Falschaussage gegen den Bischof beantragt hat. Dabei geht es um Aussagen des Geistlichen wegen eines Erste-Klasse-Fluges nach Indien.

Im Limburger Bistum hatten außerdem rund 4400 Gläubige einen Protestbrief gegen den Bischof und seine Amtsführung unterzeichnet. Wegen des Konflikts war im September bereits ein päpstlicher Gesandter, Kurienkardinal Giovanni Lajolo, nach Limburg gereist. Der Bischof sicherte damals zu, alle Kosten für die Baumaßnahmen Prüfern zugänglich zu machen. Eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Prüfungskommission nahm am vergangenen Freitag ihre Arbeit auf. Wann Ergebnisse vorliegen werden, ist noch unklar.

wit/dpa

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insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
jujo 21.10.2013
1. ....
Zitat von sysopDPADie Spannung im Vatikan steigt: Am Mittag gewährt Papst Franziskus dem umstrittenen Limburger Bischof Tebartz-van Elst nach Tagen des Wartens eine Audienz. Auch Kardinal Meisner trifft mit dem Kirchenoberhaupt zusammen. Er gilt als Tebartz-Unterstützer. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-trifft-limburgs-bischof-tebartz-van-elst-a-928986.html
Selbst wohlmeinende Unterstützer des Bischofs meinen, das er nicht nach Limburg zurückkehrt und so weitermachen kann als ob nichts gewesen wäre. Man stelle sich den Eklat vor, wenn er im Dom eine Messe liest und die Leute ihn auspfeifen, ausbuhen oder den Dom verlassen.
deus-Lo-vult 21.10.2013
2.
Zitat von sysopDPADie Spannung im Vatikan steigt: Am Mittag gewährt Papst Franziskus dem umstrittenen Limburger Bischof Tebartz-van Elst nach Tagen des Wartens eine Audienz. Auch Kardinal Meisner trifft mit dem Kirchenoberhaupt zusammen. Er gilt als Tebartz-Unterstützer. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-trifft-limburgs-bischof-tebartz-van-elst-a-928986.html
Jetzt wird Papst Franziskus an seinen Worten gemessen werden. Meint er es ernst (was ich inständig hoffe), oder sind es doch nur leere Worte. Und diesen Meisner kann er dann gleich mit seines Amtes entheben. Jeder, der diesen Verschwender Tebartz-van Elst noch unterstützt gehört sofort seines Postens enthoben.
cdrenk 21.10.2013
3. Mehr als Sprüche
Herr Franziskus sollte jetzt seinen Ansprüchen Taten folgen lassen. Den Mitarbeitern das Gehalt kürzen und dann den Protz von BlingBling Eltz durchgehen lassen schubst ihn vom hohen Podest das selbst gesetzten Anspruches.
somasemapsyches 21.10.2013
4. Als Katholik,
Zitat von sysopDPADie Spannung im Vatikan steigt: Am Mittag gewährt Papst Franziskus dem umstrittenen Limburger Bischof Tebartz-van Elst nach Tagen des Wartens eine Audienz. Auch Kardinal Meisner trifft mit dem Kirchenoberhaupt zusammen. Er gilt als Tebartz-Unterstützer. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-trifft-limburgs-bischof-tebartz-van-elst-a-928986.html
bei Limburg wohnend, sehe ich die Kosten des Baus eher als Anlass denn als Ursache. Schon nach kurzer Zeit waren viele Gläubige vom Umgang des Bischofs mit dem Kirchenvolk entsetzt. Das betraf vor allem die Priester und engagierte Christen. Ich habe im Bekanntenkreis noch nie solch abfällige wie auch boshafte Bemerkungen über einen kirchlichen Würdenträger gehört. Es ist Zeit, dass er geht, er hat hier keine Basis bei den Gläubigen. Auch die Münsteraner waren heilfroh, dass er nach Limburg wechselte. Tebarz war im Begriff , die Limburger Diözese zu ruinieren. Ein Glück, dass er sich mit dem bau übernahm,. sonst wäre er wohl nie gegangen (worden).
xxbigj 21.10.2013
5. optional
Jetzt kann der Papst zeigen, das er das was er predigt auch einhält! Ich bin kein Fan der KK aber ein klares Zeichen gegen Verschwendung ist wichtig für die Katholiken. Wo bleibt sonst die Vorbildsfunktion....?
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