Kondolenzschreiben Papst Franziskus würdigt verbindende Kraft von Kardinal Lehmann

Nach dem Tod des Kardinals Karl Lehman hat Papst Franziskus dessen Wirken gewürdigt. Der Mainzer Bischof habe das Leben von Kirche und Gesellschaft mitgeprägt, so der Pontifex.

 Kardinal Karl Lehmann
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Kardinal Karl Lehmann


In einem Beileidstelegramm zum Tod von Kardinal Karl Lehmann hat Papst Franziskus die Offenheit und verbindende Kraft des Geistlichen gewürdigt. "Stets war es sein Anliegen, offen zu sein für die Fragen und Herausforderungen der Zeit", heißt es in dem Kondolenzschreiben an den Mainzer Bischof Peter Kohlgraf.

Ausgehend von der Botschaft Christi habe der verstorbene Theologe Antworten und Orientierung gesucht, "um die Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und über die Grenzen von Konfessionen, Überzeugungen und Ländern hinweg das Verbindende zu suchen".

In seinem langjährigen Wirken als Bischof wie auch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz habe Lehmann das Leben von Kirche und Gesellschaft mitgeprägt. "Mit Trauer habe ich die Nachricht vom Heimgang von Kardinal Karl Lehmann erhalten", schrieb der Papst. Mit den Gläubigen des Bistums Mainz sei er in tiefer Anteilnahme und im Gebet für den Verstorbenen verbunden.

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Kardinal Lehmann: "Ein kluger Kopf unter Schafen"

Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hob Lehmanns Verdienste für die katholische Kirche hervor. Dessen früherer Präsident Alois Glück sagte im Bayerischen Rundfunk, Lehmanns Bereitschaft zum konstruktiven Streit sei "außerordentlich wichtig" gewesen - "ansonsten wären sehr viel mehr Menschen ausgezogen aus dieser Kirche". Er habe die katholische Kirche in Deutschland "in ganz schwierigen Jahrzehnten" zusammengehalten.

Lehmann habe "Außergewöhnliches" geleistet - "für die Kirche, aber auch in die Gesellschaft hinein", sagte der ehemalige ZdK-Präsident. Er sei "der brillante Wissenschaftler, der beachtete Theologe" und der Mensch gewesen, "der ganz unkompliziert, natürlich Nähe gegeben hat, zugehört hat".

Der amtierende ZdK-Präsident Thomas Sternberg nannte Lehmann in der "Rhein-Neckar-Zeitung" einen "streitbaren Katholiken mit einer wunderbar freundlichen und fröhlichen Art". Zudem sei er ein Brückenbauer gewesen. "Seine Rolle als Versöhner und Vermittler war eine seiner wichtigen Aufgaben - er verstand es, auf Menschen zuzugehen und war ein Menschenfreund."

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Tod von Kardinal Karl Lehmann: "Steht fest im Glauben"

Der frühere Bischof von Mainz war am Sonntag im Alter von 81 Jahren gestorben. Zahlreiche Prominente aus Politik und Kirche hatten nach dem Tod Lehmanns dessen Wirken gewürdigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte ihn einen "begnadeten Vermittler" zwischen den deutschen Katholiken und Rom sowie zwischen den christlichen Kirchen. "Er hat mich mit seiner intellektuellen und theologischen Kraft begeistert und war dabei immer auch ein Mensch voll bodenständiger Lebensfreude", sagte sie.

Ab Dienstag wird Lehmann in Mainz aufgebahrt, damit die Menschen von ihm Abschied nehmen können. Am 21. März wird er in der Bischofsgruft des Mainzer Doms beigesetzt.

ala/dpa/AFP

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