Papst-Sekretär Gänswein warf Franziskus Affront gegen Benedikt vor

Der unkonventionelle Stil von Franziskus hat Papst-Sekretär Georg Gänswein anfangs erheblich verärgert. Er habe es als Affront gegen Benedikt XVI. wahrgenommen, sagte er der "Zeit". Zudem schmerze ihn der Rücktritt Joseph Ratzingers noch immer.

Papst-Sekretär Gänswein: "Das ist ein Schmerz, das Sichabfinden mit der neuen Rolle"
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Papst-Sekretär Gänswein: "Das ist ein Schmerz, das Sichabfinden mit der neuen Rolle"


Hamburg - Papst-Sekretär Georg Gänswein war zunächst sehr irritiert über die demonstrative Missachtung des Protokolls durch Franziskus. Er habe es als Affront des neuen Papstes gegen seinen Vorgänger Benedikt XVI. empfunden, dass Franziskus sich geweigert habe, die päpstlichen Gemächer im Apostolischen Palast zu beziehen, sagte der Erzbischof und Benedikt-Vertraute der Wochenzeitung "Die Zeit".

Der bis heute im Gästehaus des Vatikan wohnende Franziskus habe ihm dann aber erklärt, er werde in der Papstwohnung trübsinnig und wolle "unter Leuten" leben. Inzwischen könnten Franziskus und er über die Kontroverse scherzen.

Gänswein arbeitet sowohl für seinen langjährigen Chef, den emeritierten Papst Benedikt, als auch für dessen Nachfolger Franziskus. Unter dem Wechsel leide er bis heute. "Ich muss da ehrlich sein mit mir selbst," sagte er der "Zeit". "Das ist ein Schmerz, das Sichabfinden mit der neuen Rolle." Auch habe er den Eindruck, in zwei Welten zu leben.

Mit dem Reformeifer von Franziskus scheint Gänswein gewisse Probleme zu haben. "Ich warte jeden Tag von Neuem, was heute anders sein wird," sagte er lakonisch. Dass er bis heute für Benedikt arbeitet, begründete Gänswein damit, dass er dem damaligen Joseph Ratzinger Treue "in vita et in morte", in Leben und Tod, gelobt habe. Dessen Rücktritt im Februar habe er wie "eine Amputation" erlebt.

wit/AFP



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