Papstwahl: So leben die Kardinäle im Konklave

Blick auf den Petersplatz: Wer wird der neue Papst? Zur Großansicht
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Blick auf den Petersplatz: Wer wird der neue Papst?

Kein Internet, kein Telefon, keine Zeitung, kein Fernsehen, kein Radio - 115 Kardinäle wählen abgeschottet von der Außenwelt den neuen Papst. Wie verbringen die Würdenträger die Zeit zwischen den Abstimmungen? Und wie werden sie von der Außenwelt abgeschirmt? Ein Überblick.

Katholiken in aller Welt schauen in diesen Tagen nach Rom: 115 Kardinäle wählen den neuen Papst. Vor Beginn des Konklaves haben alle Würdenträger den Schwur zur Geheimhaltung abgelegt. Wer dagegen verstößt, kann exkommuniziert werden.

Wahlberechtigt sind alle Kardinäle, die vor dem Beginn der Sedisvakanz ("leerer Stuhl Petri") das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. (Wer die Männer im Konklave sind, sehen Sie hier). Wie lange die Abstimmung dauert, ist offen. Täglich sind vier Wahlgänge angesetzt - so lange, bis eine Zweidrittelmehrheit für einen Kandidaten zustande kommt.

Wie leben die Kardinäle in dieser Zeit? Wie werden sie versorgt? Und wie werden sie abgeschirmt? Ein Überblick.

Wie ist der Tagesablauf der Kardinäle?

Die Kardinäle bei der Sondermesse "Pro Eligendo Romano Pontifice" im Petersdom Zur Großansicht
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Die Kardinäle bei der Sondermesse "Pro Eligendo Romano Pontifice" im Petersdom

Bis ein neuer Papst gewählt ist, sind an den kommenden Tagen jeweils vier Wahlgänge vorgesehen: zwei am Vormittag und zwei am Nachmittag. Nach dem Frühstück um 6.30 Uhr im Gästehaus Santa Marta begeben sich die Kardinäle gegen 7.45 Uhr zum Apostolischen Palast, per Bus oder zu Fuß. In der Capella Paolina feiern sie zwischen 8.15 Uhr und 9.15 Uhr eine gemeinsame die Messe, bevor sie von 9.30 Uhr an mit den ersten beiden Wahlgängen in der Sixtinischen Kapelle beginnen. Gegen 12.30 Uhr steht der Rücktransfer ins Gästehaus auf dem Zeitplan. Dort ist für 13 Uhr das Mittagessen geplant.

Nach einer Pause machen sich die Kardinäle gegen 16 Uhr wieder auf den Weg in die Sixtinische Kapelle. Von etwa 16.50 Uhr an sind erneut zwei Wahlgänge angesetzt. Der Tag endet mit dem Abendgebet um 19.15 Uhr in der Kapelle, der Fahrt zurück ins Gästehaus und dem folgenden Abendessen um 20 Uhr.

Wie sind die Kardinäle untergebracht?

Halle im Gästehaus Santa Marta: Hier sind die Kardinäle untergebracht Zur Großansicht
AP/DPA/LOSSERVATORE ROMANO

Halle im Gästehaus Santa Marta: Hier sind die Kardinäle untergebracht

Die 115 wahlberechtigten Würdenträger wohnen während des Konklaves im Gästehaus Santa Marta - einem Hotel im Vatikan, das 1996 fertiggestellt wurde. Während früherer Papstwahlen mussten die Kardinäle in spartanischen Schlafkojen nächtigen, teilweise ohne Fenster, und sich Badezimmer teilen. Heute genießen sie einen ordentlichen Komfort. Das Gästehaus verfügt über 106 Suiten, 22 Einzelzimmer und ein Appartement.

Die Zimmer sind mit großen Betten, Kleiderschränken und Kommoden aus dunklem Holz, Minibar, Klimaanlage und eigenem Bad ausgestattet. Wer in welchem Zimmer übernachtet, wurde ausgelost. Zum einen, weil nicht alle Räume gleich sind. Zum anderen, um Allianzenbildung zu verhindern. Das Santa Marta verfügt über eine eigene Kapelle und einen Speisesaal. Auch der neugewählte Papst wird zunächst im Gästehaus übernachten.

Wie werden die Kardinäle versorgt?

Speisesaal im Gästehaus Santa Clara: Auch Kardinäle haben Hunger Zur Großansicht
AP/DPA/LOSSERVATORE ROMANO

Speisesaal im Gästehaus Santa Clara: Auch Kardinäle haben Hunger

Laut der Nachrichtenagentur Ansa gibt es für die Kardinäle einfache Menüs. Die Speisekarte soll möglichst universell gestaltet werden - schließlich reisen die Kardinäle aus allen Teilen der Welt an. Zu den Gerichten gehören Klassiker wie Pasta mit Tomatensoße, Suppen, verschiedene Gemüse- und Käsesorten. Vermutlich, so Ansa, werde es auch wieder gebackene Zwiebeln geben - die seien beim letzten Konklave 2005 der Renner gewesen.

Wie werden die Kardinäle abgeschirmt?

Blick in die sixtinische Kapelle: Hier wählen die Kardinäle den neuen Papst Zur Großansicht
AFP/ Osservatore Romano

Blick in die sixtinische Kapelle: Hier wählen die Kardinäle den neuen Papst

Während des Konklaves sind die Kardinäle komplett von der Öffentlichkeit abgeschottet. Mediennutzung ist verboten: kein Internet, kein Telefon, keine Zeitung, kein Fernsehen, kein Radio. Das Verbot gilt sowohl während der Abstimmungen in der Sixtinischen Kapelle als auch für die Zeit davor und danach im Gästehaus Santa Marta. Das Konklave soll nicht von außen beeinflusst werden. Im nachgerüsteten Boden der Sixtinischen Kapelle wurden Störsender eingebaut. Die Gästezimmer wurden vor dem Einzug der Kardinäle mit Scannern durchforstet, um mögliche versteckte Mikrofone aufzuspüren.

Wie genau läuft die Papstwahl ab?

Schwarzer Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle: Noch kein Papst gewählt Zur Großansicht
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Schwarzer Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle: Noch kein Papst gewählt

Jeder Kardinal schreibt in möglichst verstellter Schrift seinen Kandidaten auf den Stimmzettel und bringt diesen anschließend - gemäß der Rangfolge der Kardinäle - mit erhobener Hand zum Altar. Dort spricht er die Eidesformel (jenen gewählt zu haben, der nach Gottes Willen gewählt werden sollte) und legt den Zettel in eine Urne.

Ist ein Kardinal so krank, dass er im Gästehaus bleiben muss, wird seine Stimme von einem der drei Wahlhelfer, die ebenfalls aus den Reihen der wahlberechtigten Kardinäle ausgelost wurden, abgeholt und in einer gesonderten Urne abgegeben.

Die Wahlzettel werden jeweils nach den beiden Wahlgängen am Vormittag und am Nachmittag unter Beigabe von Chemikalien verbrannt, also etwa um 12 Uhr und um 19 Uhr. Schwarzer Rauch bedeutet: Noch ist kein Papst gewählt. Ist bereits der erste Wahlgang am Vor- oder Nachmittag erfolgreich, werden die Zettel sofort verbrannt. In diesem Fall wäre zwischen 10.30 und 11 Uhr oder zwischen 17.30 und 18 Uhr weißer Rauch zu sehen.

Nach drei Wahltagen ist eine maximal eintägige Pause vorgesehen. Anschließend wäre nach jeweils sieben weiteren Wahlgängen eine Pause angesetzt.

hut/wit/dpa/Reuters/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
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1. Elementare Fehler
Dr.Krümelmonster 13.03.2013
Da zeigt sich doch, warum der ganze Zirkus so lange dauert. Würde man den Kardinälen klarmachen, dass sie erst wieder auf die Toilette gehen oder essen könnten, wenn sie zu einer Entscheidung gekommen wären, hätten wir nach spätestens 30 Minuten einen neuen Papst. ;-)
2. kein Telefon, keine Zeitung,
Luna-lucia 13.03.2013
Zitat von sysopKein Internet, kein Telefon, keine Zeitung, kein Fernsehen, kein Radio - 115 Kardinäle wählen abgeschottet von der Außenwelt den neuen Papst. Wie verbringen die Würdenträger die Zeit zwischen den Abstimmungen? Und wie werden sie von der Außenwelt abgeschirmt? Ein Überblick. Papst-Wahl: Wie die Kardinäle im Konklave leben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-wahl-wie-die-kardinaele-im-konklave-leben-a-888638.html)
wer soll denn heute noch so was glauben? Und, in der RKK ist doch gerade Fastenzeit - wäre doch mal interessant zu lesen, wie denen ihr Speiseplan aussieht!? Oder ist das auch ein (Wahl)-geheimnis? Sehen vielleicht Geheimnachrichten auf dem Pudding ;-) ??
3. Sehr guter Artikel
rbn 13.03.2013
informativ, wertfrei und abolut gut. Bin jetzt gespannt, welche Haare in der Suppe zu diesem Artikel auf dem Tischtuch liegen werden.
4. Verdauung
urdemokrat 13.03.2013
Gebackene Zwiebeln können eine schnellere Entscheidung fördern.
5. Du sollst nicht schwören!!!
gog-magog 13.03.2013
Zitat von sysopKein Internet, kein Telefon, keine Zeitung, kein Fernsehen, kein Radio - 115 Kardinäle wählen abgeschottet von der Außenwelt den neuen Papst. Wie verbringen die Würdenträger die Zeit zwischen den Abstimmungen? Und wie werden sie von der Außenwelt abgeschirmt? Ein Überblick. Papst-Wahl: Wie die Kardinäle im Konklave leben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-wahl-wie-die-kardinaele-im-konklave-leben-a-888638.html)
Vor Beginn des Konklaves haben alle Würdenträger den Schwur zur Geheimhaltung abgelegt? Meine Güte, haben diese Leute denn die Bibel nicht gelesen? Jesus sagt in der Bergpredigt klipp und klar und völlig eindeutig: "Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen." Kann man noch klarer machen, dass es dem Klerus nicht um das Christentum geht, sondern um den Machterhalt?
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