Performance Künstlerin bringt Baby in Galerie zur Welt

Ist das Kunst? In New York hat eine Performance-Künstlerin ihren Sohn in einer Galerie entbunden. Die Geburt wurde seit Wochen vorbereitet und gilt als Teil einer Inszenierung über das wahre Leben. Künftige Besucher können sich die Niederkunft auf Video ansehen.

DPA

New York - Seit Anfang Oktober hat die Performance-Künstlerin Marni Kotak einen Großteil ihrer Zeit in der Microscope Gallery im New Yorker Stadtteil Brooklyn verbracht. Nicht etwa als Besucherin oder Angestellte, nein, sie selbst war die Inszenierung: 36 Jahre alt und schwanger, das reichte. In den Räumen wurde ein kuscheliges Zimmer eingerichtet: an den Wänden Ozean-Motive, auf dem Bett Kissenstapel und in der Mitte des Raums eine Geburtswanne für den Ernstfall. Regelmäßig sprach die hochschwangere Kotak mit den Besuchern über ihr Ungeborenes, über Kunst und andere Dinge. Wer wollte, konnte sogar ein Kontaktformular ausfüllen - und wurde pünktlich zum Einsetzen der Wehen benachrichtigt.

Am Dienstagmorgen war es so weit: Ajax, mehr als vier Kilo schwer und 53 Zentimeter groß, kam auf die Welt. 20 Personen waren nach Angaben der Galerie bei der "relativ schnellen Geburt" dabei. Mehr Details wurden zunächst nicht genannt. Doch nachdem die Galerie einen Tag geschlossen war, sollte sie am Donnerstag wieder die Türen öffnen. Dann mit einem Video von der Geburt des kleinen Jungen.

Kotak zufolge beschäftigen sich sämtliche ihrer Arbeiten mit den Erfahrungen des Alltags. Seit mehr als zehn Jahren stelle sie Geschehnisse ihres Lebens nach, unter anderem ihre eigene Geburt, den Verlust ihrer Jungfräulichkeit und die Beerdigung ihres Großvaters.

Mit ihrem jüngsten Projekt wollte Kotak eigenen Angaben zufolge den "faszinierenden Prozess des Lebens zeigen", der sonst vor der Öffentlichkeit versteckt werde. Sollte der Sohnemann später einmal Fragen zu seinem ungewöhnlichen Geburtsort haben, hat Mama Kotak schon eine Antwort parat: Er sei in einer Galerie zur Welt gekommen, weil dies für sie als Künstlerin ihr "heiliger Raum" sei. So wolle sie der Welt mitteilen, dass die Geburt von Ajax "ein wunderbares Kunstwerk" sei.

aar/AFP/AP



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insgesamt 44 Beiträge
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HappyLuckyStrike 27.10.2011
1. Der Spiegel hoite.
In der vor eingen Jahren, ganz im Puls unserer Zeit, ins Leben gerufenen Rubrik "Panorama" (nicht nach oben und unten, nur ringsum blicken) hoite : "...Inszenierung über das wahre Leben. Künftige Besucher können sich die Niederkunft auf Video ansehen. mehr..." Mehr ? Echt. Dann, direkt darunter : Wissensshow in Indien: Ein echter Slumdog Millionär Klums Halloween-Spektakel: Heidi macht sich zum Affen Fahndung bei Facebook: Der Polizei gefällt das Na, was woll´n wir mehr. Herreinspaziert, Dames en Heeren !
Pyr 27.10.2011
2. Kein Thema
Ääääh... ja! Von mir aus auch das. Nichts muss, alles darf und kann. Ich hoffe jedoch, dass auch mir die Freiheit zugesprochen wird, bei solchen Aktionen betreten zu Boden zu schauen bzw. mir - ganz aktionskünstlerisch - den Kopf an einer Betonmauer blutig zu hämmern. Noch was: Der Name des Kindes ist wirklich großartig! Ajax... da hat man doch bei jeder zünftigen Schulhofschlägerei von vornherein gewonnen. :-)
Janedoe 27.10.2011
3. Kleinkariert bis zum geht nicht mehr.
Zitat von PyrÄäääh... ja! Von mir aus auch das. Nichts muss, alles darf und kann. Ich hoffe jedoch, dass auch mir die Freiheit zugesprochen wird, bei solchen Aktionen betreten zu Boden zu schauen bzw. mir - ganz aktionskünstlerisch - den Kopf an einer Betonmauer blutig zu hämmern. Noch was: Der Name des Kindes ist wirklich großartig! Ajax... da hat man doch bei jeder zünftigen Schulhofschlägerei von vornherein gewonnen. :-)
Wieviel Dummheit doch aus Ihren wenigen Worten spricht. Ja genau schämen sie sich. Schämen sie sich für das Leben sie kleingeistiger kleinkarierter Mensch. Ihnen empfehle ich das Buch von Wilhelm Reich "Rede an den kleinen Mann". Passt wunderbar zu Ihnen. Obwohl ich befürchte Sie sind so klein geraten, dass sie noch nicht mal ans Regal kommen.
wasersacht 27.10.2011
4. Tja,dumm gelaufen
Immer diese nixblickenden Trittbrettfahrer, Baby Nr.7 Milliarden kommt doch erst am Montag
Pyr 27.10.2011
5. Holalala
Zitat von JanedoeWieviel Dummheit doch aus Ihren wenigen Worten spricht. Ja genau schämen sie sich. Schämen sie sich für das Leben sie kleingeistiger kleinkarierter Mensch. Ihnen empfehle ich das Buch von Wilhelm Reich "Rede an den kleinen Mann". Passt wunderbar zu Ihnen. Obwohl ich befürchte Sie sind so klein geraten, dass sie noch nicht mal ans Regal kommen.
Och, mit meinen 1,92m und knapp 100kg Kampfgewicht fühle ich mich eigentlich... ganz öh.. mittel. :-p Zu Ihren (oder ihren?) sonstigen Ausführungen bleibt mir nur zu sagen: Ääääh... ja! Von mir aus auch das. Nichts muss, alles darf und kann. Ich hoffe jedoch, dass auch mir die Freiheit zugesprochen wird, bei solchen Kommentaren betreten zu Boden zu schauen bzw. mir - ganz aktionskünstlerisch - den Kopf an einer Betonmauer blutig zu hämmern. Herzlichst
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