Köln - Der Ausflugsdampfer schipperte gerade auf dem Rhein durch die Kölner Innenstadt, da wurde der Sonntagnachmittagsausflug unterbrochen: Zehn der etwa 20 Fahrgäste versuchten das Schiff unter ihre Kontrolle zu bringen.
Einige der zehn Männer und Frauen - Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK - drängten den Schiffsführer und Steuermann zur Seite. "Sie forderten die Besatzung auf, das Boot nahe ans Ufer zu lenken und wollten per Außenlautsprecher ihr Manifest vorlesen", sagte Bruno Ethen, Dienstgruppenleiter der Polizei Köln, gegenüber SPIEGEL ONLINE.
Der Kapitän konnte eine Übernahme jedoch verhindern, Passagiere riefen die Polizei. Einsatzkräfte, die auf Booten der Wasserschutzpolizei angerauscht kamen, enterten das Ausflugsschiff und nahmen die PKK-Anhänger fest. Verletzte gab es nach Angaben des Sprechers nicht. Die Festgenommenen werden derzeit noch vernommen und sollen laut Ethen danach wieder auf freien Fuß gesetzt werden.
Ende September vergangenen Jahres hatten mehr als 30 PKK-Sympathisanten Räume des Fernsehsenders RTL in Köln vorübergehend besetzt. Sie hatten vergeblich gefordert, dass RTL einen Beitrag über den inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan senden solle.
lgr/dapd
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