Polen Zehntausende Frauen demonstrieren gegen radikales Abtreibungsverbot

Das polnische Abtreibungsrecht zählt zu den strengsten in Europa, bald könnte es noch verschärft werden. Am Montag gingen Zehntausende Frauen gegen diesen Plan auf die Straße.


Zehntausende polnische Frauen haben am Montag in schwarzer Kleidung gegen ein noch strengeres Abtreibungsverbot protestiert. Trotz starken Regens versammelten sich mindestens 22.000 Menschen zum "schwarzen Protest" in der Warschauer Innenstadt, wie Stadtsprecher Bartosz Milczarczyk mitteilte.

Weitere "Black Monday"-Protestkundgebungen und -märsche gab es unter anderem in Breslau, Krakau, Posen und Stettin. In Warschau hatten Frauen bereits am Samstag auf der Straße demonstriert.

Zu der landesweiten Montagsaktion hatten Fraueninitiativen in sozialen Medien aufgerufen, viele Frauen waren dafür nicht zur Arbeit oder etwa in Vorlesungen oder in die Schule gegangen. An der Aktion nahmen aber auch zahlreiche Männer teil. Kleinere Proteste gab es auch in Städten wie in Brüssel und Berlin.

Protest in Brüssel
DPA

Protest in Brüssel

Der Protest richtet sich gegen einen umstrittenen Gesetzentwurf der Bürgerinitiative "Stop Aborcji" ("Stoppt Abtreibungen"), der Ende September im polnischen Parlament in erster Lesung angenommen worden war. Darin fordern die Abtreibungsgegner neben dem totalen Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen auch Haftstrafen für Frauen und Ärzte.

Das polnische Abtreibungsrecht zählt bereits jetzt zu den strengsten in Europa. Frauen können dort bislang nur abtreiben, wenn sie vergewaltigt wurden, das Leben der Mutter in Gefahr ist oder das Kind eine schwere Behinderung hat.

mbö/dpa/AP



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