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"Sexting"-Fall: Polizei will Nacktfotos von 17-Jährigem machen

Ein Fall von "Sexting" macht Schlagzeilen in den USA: Ein 17-Jähriger soll seinen Penis von der Polizei filmen lassen. Er hatte seiner 15 Jahre alten Freundin zuvor ein Nacktvideo von sich geschickt.

Washington - Die Polizei will Fotos vom erigierten Penis eines 17-Jährigen machen - notfalls soll eine Injektion das Bild ermöglichen. Gegen den Jugendlichen aus Manassas City im US-Bundesstaat Virginia laufen Verfahren wegen Besitz und Herstellung von Kinderpornografie. Die Bilder sollen als Beweisstück dienen, berichtet die Washington Post unter Berufung auf die Tante des Angeklagten.

Vorgeworfen wird ihm, seiner 15 Jahre alten Freundin ein Video seines Penis geschickt zu haben, als Antwort auf nicht näher beschriebene Fotos, die sie ihm gesandt hatte. Ihm droht Haft bis zu seinem 21. Geburtstag, außerdem die Aufnahme in die Sexualstraftäterdatei der USA.

Seine Anwältin äußerte sich entrüstet: "Das ist ein 17-Jähriger, der jeden Tag zur Schule geht, Football spielt und noch nie zuvor Ärger mit dem Gesetz hatte." Nun würden ihm zwei Strafverfahren aufgebürdet. "Ich will nicht, dass er das durchmachen muss."

Bekennt er sich nicht schuldig, soll der Jugendliche in einem Krankenhaus eine Spritze bekommen, die vor den Augen der Polizei die Erektion auslöst. Bildaufnahmen sollen dann als Beweismittel dienen. "Das ist traumatisierend", mahnt die Anwältin. Im Jugendgefängnis sollen bereits Aufnahmen seines Penis gemacht worden sein. Die Polizei wollte den Fall nicht kommentieren.

isa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
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1. An die eigene Nase fassen
peocus 09.07.2014
Ich finde es genauso schlimm das ein 17 jähriger seinen Penis vor Polizisten fotografieren muss. Der ist im Gründe auch noch nicht erwachsen und somit auch minderjährig. Und dann noch mit einer Spritze eine Erektion hervorrufen ist genauso verwerflich. Ich finde bei solchen fallen sollte ganz sensible beide Parteien ganz ausgiebig verhört werden. Damit verbauen sie seine Zukunft und hinterher ist evtl nicht mal was dran!
2. Pervers!!
snickerman 09.07.2014
Das ist ja widerlich! Wenn ein Minderjähriger eine Aufnahme von sich macht, wird er wegen "Herstellung von Kinderpornographie" angezeigt? Wie krank ist das denn?? Und das mit der Spritze schlägt ja dem Fass den Boden aus. Hätte er das Mädchen vergewaltigt, könnte ich das vielleicht noch verstehen, aber es sind nur BILDER! Und dafür auch noch jahrelange Haft und lebenslang als Sexualstraftäter gebrandmarkt (gesellschaftliche Todesstrafe)... Merken die da überhaupt noch irgendwas???
3. Im Text wird es doch schon deutlich
hujfredo 09.07.2014
Seine Freundin hat ihm wohl ein aufreizendes Bild geschickt, er hat ebenso darauf geantwortet und leider hat ein autoritärer Vater der Tochter das Handy in die Finger gekriegt und das Bild gesehen...Man mag das ganze verwerflich finden, jedoch den Jungen dafür in eine Sexualstraftäterkartei eintragen zu wollen, halte ich für lächerlich
4. Moralpolizei
berney 09.07.2014
Teeniepaare schicken sich doch ständig gegenseitig solche Bilderchen. Verwerflich daran ist in meinen Augen nur die spätere Gefahr des Cybermobbings, denn junge Beziehungen sind meist schnell vorbei wie jeder weiß. Dieses Vorgehen ist nicht nur lächerlich, es zerstört auch noch das Leben des Jungen. Den sadistischen Beamten und Sittenwächtern gehören mal ordentlich die Leviten gelesen.
5. Unschuldsvermutung abgeschafft?
ice-t.polarbear 10.07.2014
Tja, und wenn sich nach Spritze und Foto herausstellt, dass der erregierte Penis des Jungen dem auf dem Photo, welches auf dem Handy gefunden wurde, nicht im geringsten ähnelt? Was passiert dann?
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