Prince Harry heiratet Meghan Markle Fürs Volk

Kann losgehen: In Windsor sind die Straßen geschmückt, die Regale in den Souvenirläden gefüllt - sogar die Sonne soll scheinen! Wie schlägt sich dieser kleine Ort vor den Toren Londons als Schauplatz einer Hochzeits-Massenparty?

Izzy Newman aus Windsor freut sich auf die Hochzeit
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Izzy Newman aus Windsor freut sich auf die Hochzeit

Aus Windsor berichten und


Die Prinzen wissen, wie sie die Menschen in Windsor glücklich machen können. Als sich am Vorabend der Hochzeit das schwere Tor von Schloss Windsor öffnet und nacheinander Harry und William durchschlüpfen und ein paar Worte, Witze und Händedrücke verteilen, ist es um die Wartenden jenseits der Absperrgitter geschehen. Bräutigam und Trauzeuge gesehen, check!

Es ist der Auftakt einer großen Show, auf die sich das kleine Städtchen Windsor und die Royal Family in den vergangenen Wochen ausgiebig vorbereitet haben. Prinz Harry - wahlweise auch Prinz Charming genannt - heiratet Meghan Markle, ihrerseits Schauspielerin, Feministin, US-Amerikanerin. Und so wollen dieses Mal nicht nur viele Briten, Kanadier oder royale Europäer mit dabei sein, unter den Wartenden sind auch auffällig viele US-Amerikaner.

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Kurz vor Royal Wedding: Prinz Harry mischt sich unters Volk

Manche von denen wollten die Nacht im Campingstuhl an der Absperrung verbringen, das hat gleich zwei Vorteile: Einen Platz in der ersten Reihe und eine Ersparnis bei der Hotelrechnung. Die Zimmerpreise in Windsor sind teilweise ins Absurde gestiegen, die Vorgärten herausgeputzt, selbst in den entlegendsten Winkeln der Stadt haben die Anwohner ihre Häuser und Straßen noch mit Fahnen und Girlanden in den Nationalfarben geschmückt.

Die Rasenfläche vor dem Schloss Windsor ist saftig grün und akkurat gemäht. Wer keinen Platz auf der vergleichsweise kurzen Gästeliste ergattert hat oder zu den rund 2000 geladenen Bürgern zählt, muss sich am Samstag damit begnügen - was angesichts der Mischung aus Sommerfest und familienfreundlichem Festival keinesfalls eine schlechte Aussicht ist.

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Apropos Gästeliste. Die ist bislang geheim, dürfte es aber manchen schwer machen: Anders als bei Kate und William sind keine Staatsgäste und deutlich weniger Promis eingeladen. Harry und Meghan wollen den Tag mit Menschen verbringen, zu denen sie eine persönliche Beziehung haben. Mehr oder weniger spontan sind dem Paar da 600 Menschen eingefallen.

Wer nun vermutet, dass der Großteil der Einladungen wohl an die (un-)geliebte Verwandtschaft gegangen sein dürfte, liegt zumindest in Meghans Fall daneben: Während es in den Stuhlreihen rechts vom Mittelgang - traditionell sitzt dort die Familie des Bräutigams - von Harrys adeligen Verwandten wimmeln dürfte, sitzt auf der Seite der Braut als einziges Familienmitglied deren Mutter Doria Ragland.

Die Reihen links vom Mittelgang müssen also Meghans Freunde füllen. Dank Instagram, Twitter und Co. ist zumindest schon bekannt, dass sich diverse Schauspiel-Kollegen in der Gegend rund um Windsor tummeln. Vielleicht aus Sorge, außer den "Suits"-Darstellern Gabriel Macht, Patrick J. Adams und Sarah Rafferty viele der Gäste nicht zu erkennen, hat ein US-Sender angekündigt, eine Gesichtserkennungs-App zu nutzen.

Und falls jemand fragt: Nein, die Obamas kommen nicht (wohl auch, um eine Krise mit Donald Trump zu vermeiden). Nein, Meghans Vater Thomas Markle ist nach langem Hin und Her auch nicht angereist (er wurde am Herzen operiert, Prinz Charles springt für ihn ein und läuft mit Meghan die letzten Meter zum Altar). Und ja: Der Duke of Edinburgh, besser bekannt als Prinz Philip, ist nach seiner Hüft-OP fit genug für den Kirchgang.

Reuters; SPIEGEL ONLINE

Sollten nun an dieser Stelle unter den Lesern noch immer solche sein, die königliche Hochzeiten nur heimlich oder wirklich gar nicht angucken und ihre Mitmenschen für ihre offene Freude an der Zeremonie rügen: Ja, die Liste der Dinge, die man an der Monarchie im Allgemeinen und der britischen Krone im Speziellen kritisieren kann, ist sehr sehr lang. Es seien an dieser Stelle nur die Stichworte Kolonialisierung, Sklaverei und überholte Weltbilder genannt.

All das ließe sich zum einen auch an den übrigen 364 Tagen im Jahr auch mal problematisieren. Und zum anderen könnte man diesen Tag auch für die Erkenntnis nutzen, dass es bis zur nächsten königlichen Hochzeit in Europa nun wohl ein paar Jahrzehnte dauern dürfte und diese Stunden am Samstag - zumindest nach allem, was wir wissen - Trump-frei sein dürften. (Warum die Hochzeit auch der britischen Regierung ganz gelegen kommt, lesen Sie hier)

Wenn Sie nun sogar dabei sein wollen, lohnt sich ein Blick auf den minutiös geplanten Ablauf:

  • 10.30 bis 12.00 Uhr deutscher Zeit: Geladene Gäste kommen zur Kapelle
  • 12.20 Uhr: Auftritt der Familienmitglieder - mit wenigen Ausnahmen
  • 12.45 Uhr: Harry und Trauzeuge William kommen an
  • 12.55 Uhr, fehlt noch eine: Die Queen
  • 12.59 Uhr - und noch zwei wichtige Frauen fahren vor: Die Braut und ihre Mutter
  • 13.00 Uhr: Die Zeremonie beginnt
  • 14.00 Uhr: Die Zeremonie ist vorbei, Brautpaar und Blumenkinder kommen aus der Kapelle (Achtung: Prinz George und Prinzessin Charlotte sind dabei!)
  • 14.05 Uhr: Brautpaar startet zur 25-minütigen Kutschfahrt durch Windsor

Mit dem Empfang bei der Queen endet nicht nur die Kutschfahrt, sondern auch der offizielle Teil - inoffiziell wird aber im Park abends mit 200 Gästen weitergefeiert. Stimmung dürfte mit dem Brautpaar aufkommen: Harry war schließlich mal Partyprinz und ihre erste Hochzeit feierte Meghan gleich tagelang auf Jamaika.

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