Hamburg - Die "Occupy"-Bewegung hat es zu weltweitem Ruhm gebracht - obwohl die Zahl der Demonstranten bisher überschaubar ist. In Deutschland haben an den vergangenen Wochenenden einige zehntausend Menschen gegen die Missstände im Finanzsystem demonstriert; einige hundert campieren seit dem 15. Oktober in Frankfurt am Main, unweit der glitzernden Bankentürme. In New York, wo im September alles begann, umfasst das Protestcamp einige tausend Menschen.
Das ist bescheiden - verglichen mit den mehr als hunderttausend, die in Deutschland Lichterketten bildeten, um den Atomausstieg zu fordern. Das ist wenig - wenn man bedenkt, dass die "Occupy"-Bewegung 99 Prozent der Weltbevölkerung vertreten will; Milliarden Menschen, die aus ihrer Sicht ausgebeutet werden, damit sich ein Prozent bereichern kann.
Doch die Bewegung entwickelt Momentum. Seit Wochen sieht man ihre Embleme im Fernsehen, in Zeitungen und im Internet: die 99-Prozent-Banner, die "Yes We Camp"-Zelte, die Guy-Fawkes-Maske aus dem Film "V wie Vendetta", die die "Occupy"-Leute von den Netzaktivisten Anonymus übernommen haben. In Amerika wollen die Bank-Besetzer bald zur besten Sendezeit TV-Spots schalten; in Deutschland versuchen die Linkspartei und andere Interessengruppen, sich mit ihr zu verbrüdern, um von der Sympathie zu profitieren, die sie genießt.
SPIEGEL ONLINE hat Fernsehstars und Musiker, Manager und Politiker, Gelehrte und Schriftsteller, Sportler und Blogger zur Euro- und Bankenkrise befragt. Was halten Sie von den "Occupy"-Protesten? Haben die Banken und Banker die Krise allein zu verantworten? Gibt es Alternativen zum jetzigen Finanzsystem? Und: Sind Sie selbst auch einmal Opfer der Finanzindustrie geworden?
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