Prügel-Vorwürfe gegen Mixa Stiftung entschuldigt sich bei mutmaßlichen Opfern

Mehrere ehemalige Heimkinder behaupten, vom Augsburger Bischof Mixa während seiner Zeit als Stadtpfarrer im bayerischen Schrobenhausen geschlagen worden zu sein. Er bestreitet das. Nun wurde den mutmaßlichen Opfern Unterstützung signalisiert - von der Leitung des Heims.

Bischof Mixa: "Mit Respekt, Güte, Wertschätzung"
DDP

Bischof Mixa: "Mit Respekt, Güte, Wertschätzung"


Schrobenhausen/Augsburg - Im Zusammenhang mit den Misshandlungsvorwürfen gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich die Leitung des Kinderheims in Schrobenhausen bei den mutmaßlichen Opfern entschuldigt.

In einem Brief an die Betroffenen, den der heutige Stadtpfarrer Josef Beyrer und der Heimleiter Herbert Reim an die ehemaligen Heimbewohner schickten, heißt es nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung", dass die Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa "ernst genommen" würden.

Die Vorwürfe seien demnach "mit großer Erschütterung" aufgenommen worden. "Leider haben wir keinen Einfluss darauf, wie Herr Bischof Dr. Mixa mit Ihren Vorwürfen umgeht", heißt es weiter.

Dem Bischof wird in mehreren eidesstattlichen Erklärungen vorgeworfen, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen von 1975 bis 1996 Kinder mit der Faust, mit Stock oder Teppichklopfer brutal geschlagen zu haben. Der Bischof bestreitet dies. Er habe niemals Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewendet und habe ein "reines Herz".

Dem ARD-Fernsehmagazin "Panorama" liegt nach eigenen Angaben eine weitere eidesstattliche Erklärung einer heute 51-jährige Frau vor. Sie erhebt darin ebenfalls schwere Vorwürfe gegen Mixa, bei dem sie 1971 Firmunterricht hatte. "Er hat mich mehrmals geschlagen, mit der flachen Hand... Ich musste mich bei ihm entschuldigen und seine Hand küssen", berichtet die Frau. Sie würde das auch vor Gericht bezeugen, betont das Magazin in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung.

Bischof Mixa hat sich bislang zu letzteren Vorwürfen nicht geäußert. Das Bistum Augsburg gab jedoch eine Erklärung heraus, wonach Pfarrer Hanspeter Milz, der von 1992 bis 1993 als Diakon in dem Heim wohnte, Bischof Mixa in Schutz nimmt.

"Über körperliche Gewalt durch Stadtpfarrer Mixa habe ich weder etwas gehört, noch habe ich solche jemals selbst erlebt", erklärte Milz demnach. "Den damaligen Stadtpfarrer Walter Mixa habe ich immer als einen Menschen erlebt, der gerade Kindern und jungen Menschen mit Respekt, Güte und großer Wertschätzung begegnet ist, im Kinderheim ebenso wie in der Gemeinde."

In ihrem Brief an die ehemaligen Heimkinder schreiben Stadtpfarrer Beyrer und Heimleiter Reim: "Wir sind uns dessen bewusst, dass diese Entschuldigung weder Geschehenes ungeschehen machen noch Ihren Schmerz und Ihre Gefühle gegenüber dem Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef sowie Herrn Bischof Dr. Mixa lindern kann." Das Schreiben schließt mit einem Gesprächsangebot, wahlweise mit Vertretern des Heimes oder einer unabhängigen Stelle im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen.

Der von dem Heim eingesetzte Sonderermittler Sebastian Knott sagte, der Schutz der Opfer habe oberste Priorität. "Es wird nichts passieren, was die Betroffenen nicht im Geringsten wollen", sagte Knott. Er will am Freitag einen ersten Bericht zu den Misshandlungsfällen an dem Kinderheim und zu umstrittenen Ankäufen von Kunstgegenständen durch Mixa als damaligen Stadtpfarrer von Schrobenhausen aus Mitteln der Stiftung vorlegen.

pad/dpa/AFP



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