Studie zu Puerto Rico 4645 Menschen starben durch Hurrikan "Maria" - nicht 64

Durch den verheerenden Hurrikan "Maria" seien auf Puerto Rico 64 Menschen gestorben - so die offiziellen Angaben. Tatsächlich waren es mindestens 4645 Menschen, wie nun eine Studie ergab.

Ehemaliger Hausbesitzer in Aibonito (2017)
DPA

Ehemaliger Hausbesitzer in Aibonito (2017)


Auf Puerto Rico sind infolge des Hurrikans "Maria" im Jahr 2017 einer Studie zufolge um ein Vielfaches mehr Menschen gestorben als offiziell bestätigt. Laut Forschungen der Universität Harvard kamen auf der Karibikinsel mindestens 4645 Menschen ums Leben. Die US-Regierung hatte die Zahl zuletzt mit 64 angegeben.

Die Studie wurde im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht und am Dienstag bekannt. Sie zählt zu den Opfern nicht nur die Menschen, die unmittelbar in dem Hurrikan ums Leben kamen. Sie bezieht auch alle ein, die etwa wegen verspäteter medizinischer Hilfe gestorben sind.

Hurrikan "Maria" hatte Puerto Rico am 20. September 2017 getroffen. Experten stuften ihn auf die höchste Kategorie ein, er sorgte für großflächige Zerstörungen und für Stromausfälle auf der gesamten Insel: Betroffen waren alle 3,4 Millionen Einwohner - und auch die Krankenhäuser. Bis heute sind Teile des US-Außengebiets ohne Strom. Die US-Regierung unter Donald Trump war für mangelhafte Hilfe scharf kritisiert worden.

Bereits direkt nach "Maria" war berichtet worden, dass wegen der ungewöhnlich schlechten Versorgung der Einwohner viel mehr Menschen gestorben waren als nach einer solchen Katastrophe üblich. Gouverneur Ricardo Rosselló hatte daraufhin angeordnet, dass sämtliche Todesfälle neu geprüft werden sollen.

aar/dpa/Reuters

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