Massenschlägerei Flüchtlinge attackieren sich mit Feuerlöschern

In einem Berliner Flüchtlingsheim sind in der Nacht mehrere Menschen mit Feuerlöschern aufeinander losgegangen. Einige wurden verletzt. Unter den Unbeteiligten herrschte "Angst und Panik".


In einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Spandau hat sich am späten Samstagabend ein Streit zu einer Massenschlägerei ausgeweitet: Mehrere Flüchtlinge seien mit Feuerlöschern aufeinander losgegangen, sieben Menschen seien verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Die Streitenden hätten einander mit Löschschaum besprüht.

Durch die Gewalt und die Schaumwolke habe "Angst und Panik" geherrscht. Viele Menschen brachten sich im Freien in Sicherheit. Etwa die Hälfte der rund tausend Bewohner wartete rund zwei Stunden in der Kälte, bis sich die Lage beruhigte. Erst gegen 0.30 Uhr konnten die Menschen wieder in ihre Unterkunft zurückgehen.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 80 Beamten vor Ort. Gegen mehrere Flüchtlinge werde wegen Landfriedensbruch und Körperverletzung ermittelt. Die sieben Verletzten wurden im Krankenhaus behandelt, konnten aber noch in der Nacht in ihr Heim zurückkehren.

Zu einem Gewaltausbruch kam es auch in einem Flüchtlingsheim in Klietz nahe Stendal, dabei wurden fünf Menschen verletzt. Die Polizei ermittelt auch hier wegen gefährlicher Körperverletzung.

Gipfeltreffen in Brüssel

Am heutigen Sonntag treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu in Brüssel, um einen Aktionsplan zur Reduzierung der Zahl von Flüchtlingen zu vereinbaren. Der Plan sieht vor:

  • Die Türkei will sich verpflichten, die EU-Außengrenze besser zu schützen, und will effektiver gegen Schlepperbanden vorgehen.
  • Im Gegenzug soll die EU Ankara mit drei Milliarden Euro bei der Versorgung der Migranten unterstützen - die Finanzierung ist unter den Mitgliedstaaten aber noch nicht endgültig geklärt.
  • Eine Gruppe EU-Staaten um Deutschland wolle der Türkei die Aufnahme von 400.000 Flüchtlingen anbieten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".
  • Zudem will die EU die Lockerung der Visumpflicht für türkische Staatsbürger beschleunigen
  • und in die Beitrittsverhandlungen soll neuer Schwung kommen.

Seit dem Frühjahr 2011 fanden nach offiziellen Angaben aus Ankara allein 2,2 Millionen Syrer in der Türkei Schutz.

jul/AFP/dpa

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