Rassismus-Skandal in der NBA "Sie ist am Boden zerstört"

Sie nahm die rassistischen Äußerungen auf, die in der NBA einen Skandal auslösten: V. Stiviano gilt in US-Medien als Geliebte des Milliardärs Donald Sterling. Es habe keine Beziehung gegeben, teilte nun ihr Anwalt mit. Das sieht Sterlings Ehefrau anders.

AP

Los Angeles - V. Stiviano sieht offenbar Bedarf, einige Dinge klarzustellen. Seit sie indirekt in den Rassismus-Skandal in der Basketballliga NBA verwickelt ist, wird viel über sie berichtet. Nicht alles davon lässt sie in einem guten Licht erscheinen.

Auslöser des Skandals ist die Aufnahme eines Gespräches zwischen Stiviano und Donald Sterling, in dem sich der Besitzer der Los Angeles Clippers rassistisch äußert. Seit die Aufzeichnung an die Öffentlichkeit geriet, ist die Aufregung in den USA groß.

Stiviano habe das Gespräch aufgenommen, aber die Audiodatei nicht an die Website TMZ weitergegeben, teilte nun ihr Anwalt Siamak Nehoray mit. Sie sei über die lebenslange Sperre für Sterling "sehr traurig". Sie habe nie beabsichtigt, ihm zu schaden. "Meine Mandantin ist am Boden zerstört, dass dies öffentlich wurde", sagte Nehoray. Jemand habe das Band gegen Geld an die Öffentlichkeit gebracht - aber seine Mandantin sei es nicht gewesen.

Das Gespräch habe sich bereits im September in der Wohnung Stivianos ereignet, sagte ihr Anwalt der "Los Angeles Times". Eine dritte Person sei ebenfalls anwesend gewesen. Sterling habe gewusst, dass er aufgenommen wurde. Zum Grund der Aufzeichnung wollte sich der Anwalt nicht äußern.

Sterling bekam außer der lebenslangen Sperre eine Geldstrafe von 2,5 Millionen Dollar aufgebrummt. Zudem wenden sich Sponsoren von den Clippers ab. Das alles dürfte den Milliardär nicht besonders hart treffen. Er hat offenbar auch nicht vor, die Clippers loszuwerden. Er werde den Basketball-Club nicht verkaufen, sagte er dem TV-Sender "Fox News".

Stiviano wird von zahlreichen US-Medien als Sterlings Geliebte beschrieben. Anwalt Nehoray bestreitet in der "Los Angeles Times" jedoch eine romantische Beziehung des ungleichen Duos. "Es ist überhaupt nicht so, wie es dargestellt wird", sagte der Anwalt. "Sie ist nicht die Art Person, für die jeder sie hält."

Auf ihrer Instagram-Seite bezeichnet sich Stiviano als "Künstlerin, Liebhaberin, Schreiberin, Köchin, Dichterin, Stylistin und Philanthropin". Sterlings Frau Rochelle nenne sie eher Mätresse und Gold Digger, schreibt allerdings CNN. Gold Digger ("Goldgräber") ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für meist jüngere Frauen, die für Geld oder einen luxuriösen Lebensstil mit betuchten, meist älteren Männern anbandeln. Der Altersunterschied zwischen Donald Sterling, 81, und Stiviano, 31, beträgt fast ein halbes Jahrhundert.

Rochelle Sterling hat Stiviano im März verklagt. Sie will Geschenke im Wert von mehr als 2,5 Millionen Dollar zurückhaben, die Donald Sterling der 31-Jährigen angeblich gemacht hatte. Unter anderem geht es um Luxuswagen und eine 1,8-Millionen-Dollar-Wohnung.

Der Klage zufolge lernten sich Donald Sterling und Stiviano beim Super Bowl 2010 kennen. Die Frau soll darauf aus gewesen sein, sich mit Sterling anzufreunden, ihn zu verführen und mit teuren Geschenken auszunehmen, heißt es in der Klage. Diese Masche, wende sie öfter an - immer mit älteren Männern als Ziel.

Dem widerspricht Stivianos Anwalt Nehoray. Seine Mandantin habe hart als Kellnerin gearbeitet und ehrenamtlich Kriminalitätsopfern geholfen. Anschließend sei sie Donald Sterlings Archivarin geworden. "Davor hatte sie keinerlei Verbindungen zu reichen Leuten."

ulz/AP

insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
karend 30.04.2014
1. Sachen gibt's
Frau Sterling will Geschenke zurück, die ihr Mann einer anderen Frau gemacht hat und klagt, ehrlich? Also, Sachen gibt's… Mehr würde mich gerade das Motiv der Gesprächsaufnahme interessieren.
mischpot 30.04.2014
2. Man sollte Frauen für das bisschen Sex
lieber bezahlen und dann in die Wüste schicken.
note4shape 30.04.2014
3. Die ameriksnische Lust
auf Ablenkung vom Wesentlichen erhaelt weitere geschmacklose Nahrung. Hauptsache, es wird Geld verdient. Und der verruchte Sterling wird nicht ohne Kampf gehen. Man darf sich auf weitere Spektakel freuen.
Steuerzahler0815 30.04.2014
4.
Wenn die Frau das Band nicht an die Medien gegeben hat soll sie dies eidesstattlich bestätigen
benztown-dreizack 30.04.2014
5. Peinliche Elite
Das ist die (Geld-)elite unserer Zeit, insb. in den Gesellschaften des Turbokapitalismus ... peinlich, mittelmäßig begabt, aber dreist, aggressiv und respektlos ...
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