Ratingen Kohlenmonoxid-Alarm im Schulbus - 24 Schüler müssen in Kliniken

Sie klagten über Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen: In Nordrhein-Westfalen sind zwei dutzend Schüler nach der Fahrt mit einem Schulbus "mit erhöhten CO-Werten im Blut" in Krankenhäuser gebracht worden.


Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage sind in Ratingen bei Düsseldorf zahlreiche Schüler mit Kohlenmonoxid (CO)-Vergiftungen in Kliniken gebracht worden. Diesmal seien es 24 Schüler gewesen, in der vergangenen Woche acht, teilte die Feuerwehr mit.

Mehrere Schüler hätten "über Unwohlsein nach dem Transport mit einem Schulbus" geklagt. Die Kinder seien "mit erhöhten CO-Werten im Blut" in Kliniken gebracht worden. Sie hätten unter Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen gelitten. Vermutet wird, dass Abgase aus dem Motor im Heck des Busses in den Innenraum gelangt sind.

Zehn Kinder mussten in die Druckkammer

"Je weiter hinten die Kinder saßen, desto höher waren die Konzentrationen", sagte ein Feuerwehrsprecher. Dies würde auch erklären, warum die Fahrer in beiden Fällen jeweils nichts bemerkten.

Zehn Kinder wurden zur Behandlung in die Druckkammer des Uni-Klinikums in Düsseldorf gebracht. Mit Hilfe der Druckkammer wird das Kohlenmonoxid aus dem Blut gelöst. Weitere 14 Kinder wurden in die Kinderklinik in Düsseldorf-Kaiserswerth transportiert. Bei keinem der Kinder besteht Lebensgefahr.

Nach Polizeiangaben dauern die Ermittlungen zur Ursache in beiden Fällen an. Die Fahrten in dieser und in der vergangenen Woche führte das gleiche Busunternehmen durch - es war aber ein anderer Bus im Einsatz.


Kohlenmonoxid bindet an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin bis zu 300-mal stärker als Sauerstoff. Bei einer Vergiftung kommt es dadurch zu Sauerstoffmangel im Körper. Zu den Folgen zählen je nach Konzentration Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle, Atemnot und im schlimmsten Fall der Tod.

Da das Gas farb-, geruch- und geschmacklos ist, kann es - anders als etwa Rauch - nicht wahrgenommen werden. Hinzu kommt, dass bei hohen Konzentrationen das Zeitfenster zwischen den ersten spürbaren Symptomen und dem Verlust des Bewusstseins sehr kurz ist. Aus diesem Grund wird Kohlenmonoxid auch als "silent killer" bezeichnet.

apr/dpa

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