Bundesamt für Verfassungsschutz Zahl der "Reichsbürger" stark gestiegen

16.500 Personen rechnen die Sicherheitsbehörden der "Reichsbürger"-Szene zu. Damit ist ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen - und es könnten noch mehr Menschen hinzukommen.

Ein «Deutscher Reich Reisepass»
DPA

Ein «Deutscher Reich Reisepass»


Die sogenannten Reichsbürger in Deutschland haben starken Zulauf. Ihre Zahl ist im vergangenen Jahr noch stärker gestiegen als bisher bekannt. Die Sicherheitsbehörden rechnen der Szene 16.500 Menschen zu, sagte Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

900 von ihnen gelten den Angaben zufolge als Rechtsextremisten, rund 1000 "Reichsbürger" verfügen nach Erkenntnissen der Behörden legal über Waffen. 2016 war man noch von 10.000 "Reichsbürgern" ausgegangen.

Die Zahlen können sich Maaßen zufolge "durchaus weiter erhöhen". Ein Grund für den Anstieg könnte der sogenannte Nachahmereffekt sein. Außerdem habe der Verfassungsschutz die Szene stärker untersucht. Das besondere Augenmerk des Verfassungsschutzes liegt seinen Angaben zufolge auf "Reichsbürgern", die Rechtsextremisten seien und Waffen besäßen.

"Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Sie sprechen dem Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide. Die gesamte Szene gilt als sicherheitsgefährdend und wird seit Herbst 2016 vom Verfassungsschutz beobachtet.

bbr/dpa



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