Ohne Hilfsmittel und Haikäfig 64-Jährige schwimmt Rekord von Kuba nach Florida

Ihr Lebenstraum ist erfüllt: Als erster Mensch ohne Haikäfig und Hilfsmittel durchschwimmt Diana Nyad die Meerenge zwischen Kuba und Florida. "Du bist niemals zu alt, dir deinen Traum zu verwirklichen", sagt die 64-jährige Extremsportlerin - nach 50 Stunden im Wasser.

REUTERS

Washington - Sie schwamm für ihren Lebenstraum - und schaffte es beim fünften Versuch: Zum ersten Mal hat eine Schwimmerin ohne Hilfsmittel und Haifischkäfig die rund 170 Kilometer lange Strecke von Kuba bis zur US-Küste in Florida zurückgelegt. Nach mehr als 50 Stunden im Wasser erreichte die 64-jährige Amerikanerin Diana Nyad am Montag die Südspitze des Festlands in Key West. "Wir sollten niemals aufgeben", so die erste Botschaft an Land der erschöpften, aber überglücklichen Nyad. "Du bist niemals zu alt, dir deinen Traum zu verwirklichen."

US-Präsident Barack Obama gehörte zu ihren ersten Gratulanten. "Gib niemals deinen Traum auf", schrieb er über Twitter. Tausende Schaulustige hatten Nyads Ankunft jubelnd erwartet. "Sie stieg aus eigener Kraft aus dem Wasser und fiel einem Helfer überglücklich in die Arme", berichtete eine von Tausenden Schaulustigen am Strand dem Sender CNN.

Die Langstreckenschwimmerin aus Los Angeles war am Samstag in der kubanischen Hauptstadt Havanna gestartet. Von einem Begleitboot aus versorgte eine 35-köpfige Crew die 64-Jährige mit Wasser und Nahrungsmitteln. An Bord waren neben Ärzten auch Taucher, die das Meer regelmäßig nach Haifischen absuchten. Der einzige Schutz, den die Schwimmerin am Körper hatte, diente zur Abwehr giftiger Quallen.

Bei der Meeresdurchquerung hatte die Langstreckenschwimmerin mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen. Ihre Zunge und ihre Lippen seien derart angeschwollen, dass ihre Aussprache undeutlich sei, teilten Ärzte am Montag mit. Nachts habe sie unter der extremen Kälte gelitten.

Hochgiftige Quallen und Haie

Es war bereits Nyads fünfter Versuch zur Überquerung der Meerenge. Den letzten Anlauf hatte sie im vergangenen Jahr auch wegen Verletzungen durch hochgiftige Quallen abgebrochen. Bereits am Sonntag hatte sie ihren Rekord gebrochen, indem sie in dieser Region die bislang längste Strecke schwimmend ohne Haifischkäfig zurückgelegt hatte. 1997 hatte die damals 22-jährige Australierin Susie Maroney die Strecke von Kuba nach Florida in einem solchen Schutzkäfig gegen Hai-Attacken bewältigt.

Nyad ist den Amerikanern keine Unbekannte: In den 1970er Jahren wurde sie als weltbeste Langstreckenschwimmerin bekannt. Unter anderem legte sie als Schnellste die rund 160 Kilometer zwischen den Bahamas und Florida zurück. Einen Rekord holte sie auch bei der Umkreisung der Insel Manhattan. Später kommentierte sie im Fernsehen zahlreiche Sportereignisse.

lei/dpa/afp

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
schalke1962 02.09.2013
1. Respekt
Diese Frau zeigt uns Allen, wozu wir fähig sind. Glückwunsch!
"Armenhaus" 03.09.2013
2. Gratulation!
In 50 Stunden eine Strecke von 170km schwimmend dazu im Alter von 64 Jahren + (dazu die lebensbedrohenden Gefahren) Meine Hochachtung!
einwerfer 03.09.2013
3. Absolut super
und natürlich ein Beleg dafür, dass man das Rentenalter auf 70 anheben kann.
unterbelichtet 03.09.2013
4. Wirklich sehr extrem!
So extrem wie die Ansichten der Dame war auch ihr Glueck, dass sie das ganze ueberlebt hat. Aber, wie wir lesen, man ist ja nie zu alt! Zur Nachahmung empfohlen (?)
peters. 03.09.2013
5. Wow...
Respekt!!
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