Rekordversuch: Hunderte Inder werden Zeugen von tödlichem Stunt

Bei dem Versuch, an seinem Haarschopf aufgehängt eine Schlucht zu überqueren, ist ein indischer Stuntman tödlich verunglückt. Offenbar verhedderte sich die Aufhängung des Extremsportlers - er erlitt einen Herzinfarkt.

Indischer Stuntman: Tod beim Rekordversuch Fotos
AFP

Neu-Delhi - Sailendra Nath Roy, 48, wollte es noch mal wissen. Bereits 2011 schaffte er es, mit einem waghalsigen Stunt ins "Guinness-Buch der Rekorde" aufgenommen zu werden. Damals überwand er, nur an seinen Haaren aufgehängt, am Neemrana-Palast in Rajasthan eine Distanz von 82,5 Metern. Jetzt wollte er versuchen, 180 Meter hinter sich zu bringen - in einer Höhe von 20 Metern.

Hunderte von Zuschauern hatten sich auf einer Brücke am Teesta-Fluss im indischen Bundesstaat West-Bengalen versammelt, um das Spektakel zu bestaunen. Wie die britische BBC berichtet, lief zunächst alles gut. Doch kurz nachdem Roy die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht hatte, kam er nicht mehr voran. Offenbar hatte sich die Aufhängung verheddert.

Etwa 45 Minuten hing er an dem Seil und versuchte, nach einem zweiten, parallel hängenden Seil zu greifen. "Er versuchte verzweifelt, sich nach vorn zu bewegen. Er versuchte Anweisungen hinüberzuschreien. Aber niemand verstand, was er sagte", berichtete einer der Augenzeugen, der Fotograf Balai Sutradhar, dem Sender. "Nach einer halben Stunde wurde er ganz still."

Während die Zuschauer den Stunt-Künstler zunächst noch angefeuert hatten, verfielen sie später in ungläubiges Schweigen oder stießen Schreie des Entsetzens aus.

Als Sailendra Nath Roy endlich vom Seil genommen und in ein Krankenhaus gebracht wurde, konnten die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen. Ersten Untersuchungen zufolge soll er einen Herzanfall erlitten haben. Am Unglücksort selbst gab es keine Notfallmediziner.

Das Seil hatte Roy zusammen mit Freunden am Sonntagmorgen selbst montiert. Der Polizei zufolge soll er keine Erlaubnis für den Stunt eingeholt haben.

Nachdem seine Ehefrau ihn inständig gebeten hatte, mit den gefährlichen Stunts aufzuhören, soll Roy beschlossen haben, dass dies sein letzter Rekordversuch sein würde. "Wir waren auf seinen Mut stolz", sagte Roys jüngerer Bruder Benoy, der ebenfalls an der Vorführung teilgenommen hatte. "Er war sich sicher, dass er es schaffen würde, aber das Schicksal hat ihn aus dem Leben gerissen - und damit das liebste unserer Familienmitglieder."

ala/AFP

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