Mississippi US-Richter verhindert Schließung von Abtreibungsklinik

Ist der US-Staat Mississippi bald der erste ohne eine Abtreibungsklinik? Ein entsprechendes Gesetz haben die Republikaner verabschiedet - doch es war nur wenige Stunden in Kraft.


Jackson - Ein US-Bundesrichter hat ein Gesetz des Bundesstaats Mississippi blockiert, das die Schließung einer Abtreibungsklinik erzwingen würde. Nur Stunden, nachdem es in Kraft getreten war, erließ Richter Daniel Jordan eine entsprechende einstweilige Verfügung. Eine Anhörung am 11. Juli soll nun klären, ob das Gesetz dauerhaft Bestand haben darf.

Die betroffene Klinik - die Jackson Woman's Health Organization - hatte gegen das Gesetz geklagt. Sollte sie geschlossen werden, wäre Mississippi der einzige US-Staat ohne eine Abtreibungsklinik.

Die in New York ansässige Frauenrechtsorganisation Center for Reproductive Rights half bei der Vorbereitung der Klage. "Die heutige Entscheidung unterstreicht die grundlegenden verfassungsmäßigen Rechte der Frauen in Mississippi", teilte die Organisation mit.

Der republikanische Gouverneur Phil Bryant hatte wiederholt erklärt, Mississippi zu einem abtreibungsfreien Staat machen zu wollen. Seiner Ansicht nach ist das Gesetz ein wichtiger Schritt, um die Gesundheit und Sicherheit von Frauen zu schützen.

aar/dapd/AP



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cobaea 02.07.2012
1.
"Der republikanische Gouverneur Phil Bryant hatte wiederholt erklärt, Mississippi zu einem abtreibungsfreien Staat machen zu wollen. Seiner Ansicht nach ist das Gesetz ein wichtiger Schritt, um die Gesundheit und Sicherheit von Frauen zu schützen." Der Mann verwechselt da etwas: Falles er Abtreibungskliniken in Mississiooi verbietet, heisst das noch nicht, dass nicht abgetrieben wird. Arme Frauen werden dann wieder in Hinterzimmern landen, wo illegal abgetrieben wird und Frauen mit Geld finden entweder einen Arzt, der es im Praxishinterzimmer macht. Oder sie fahren in einen Nachbarstaat und lassen die Schwangerschaft dort abbrechen. Durch das republikanisch gewünschte Verbot, wird die Gesundheit der Frauen keineswegs geschützt - eher gefährdet. Da will einer nach dem Christian-Morgenstern-Spruch: Was nicht sein dar, auch nicht sein kann.
derdriu 02.07.2012
2. So ist es...
Zitat von cobaea"Der republikanische Gouverneur Phil Bryant hatte wiederholt erklärt, Mississippi zu einem abtreibungsfreien Staat machen zu wollen. Seiner Ansicht nach ist das Gesetz ein wichtiger Schritt, um die Gesundheit und Sicherheit von Frauen zu schützen." Der Mann verwechselt da etwas: Falles er Abtreibungskliniken in Mississiooi verbietet, heisst das noch nicht, dass nicht abgetrieben wird. Arme Frauen werden dann wieder in Hinterzimmern landen, wo illegal abgetrieben wird und Frauen mit Geld finden entweder einen Arzt, der es im Praxishinterzimmer macht. Oder sie fahren in einen Nachbarstaat und lassen die Schwangerschaft dort abbrechen. Durch das republikanisch gewünschte Verbot, wird die Gesundheit der Frauen keineswegs geschützt - eher gefährdet. Da will einer nach dem Christian-Morgenstern-Spruch: Was nicht sein dar, auch nicht sein kann.
1. Das heißt Schwangerschaftsabbruch, nicht Abtreibung! 2. Sie haben Recht. Sehen wir uns Paraguay an: Die wird auch nicht "abgetrieben". Trotzdem sterben jährlich mehrere tausend Frauen daran (jede 3., die einen Abbruch vornimmt). Man muss doch blind sein, um den Zusammenhang nicht zu sehen.
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