Unwetter 51 Verletzte nach Blitzeinschlag bei Rock am Ring

Die Polizei hat die Zahl der Verletzten nach dem Blitzeinschlag beim Musikfestival Rock am Ring noch einmal nach oben korrigiert: 51 Menschen mussten behandelt werden, zwei wurden reanimiert.

DPA

Update: Am Sonntag hieß es vom Roten Kreuz, durch Blitzeinschlag habe es 71 Verletzte gegeben. Einen aktuelleren Text zum Thema finden Sie hier.

Bereits der Auftakt des Festivals Rock am Ring am Freitag war von Dauerregen begleitet, dann wurde die Show wegen eines Gewitters vorübergehend unterbrochen: Auf dem Festivalgelände schlug der Blitz ein. Dabei wurden nach Angaben des Veranstalters 51 Menschen verletzt, 15 von ihnen schwer. Dies gab die Polizei am Samstagmorgen bekannt.

"Zwei davon wurden erfolgreich reanimiert", erklärte ein Polizeisprecher. Unmittelbar nach dem Einschlag war zunächst von acht Verletzten die Rede gewesen, später von 42 Personen. Rund 90.000 Fans harrten auf dem Flugplatz Mendig in Rheinland-Pfalz aus.

Ein Gewitter hatte sich am Freitagabend direkt über das Festival geschoben. Die Live-Auftritte wurden für etwa eineinhalb Stunden ausgesetzt, Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz kümmerten sich auf dem Gelände um die Verletzten. Starkregen zerstörte viele Zelte, ein Polizeihubschrauber kreiste über den völlig verschlammten Wiesen.

Eine Sprecherin der Veranstalter wies trotz der Vorfälle Spekulationen zurück, das dreitägige Festival könne wegen möglicher weiterer Gewitter an diesem Samstag und Sonntag ganz abgebrochen werden. Die Besucher sollten sich auf schwierige Witterungsverhältnisse einstellen und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen treffen.

Der Deutsche Wetterdienst hält es für möglich, dass es am Wochenende in Rheinland-Pfalz lokal zu extremen Unwettern mit Hagel und Starkregen von mehr als 40 Liter pro Quadratmeter kommen könnte. Wegen des heftigen Regens sind Gummistiefel im Umland so gut wie ausverkauft.

Starker Regen führte in einigen anderen Regionen - vor allem in Süddeutschland - abermals zu überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Aus Baden-Württemberg wurden Überschwemmungen aus mehreren Kreisen gemeldet. In Bayern war der Landkreis Weilheim-Schongau besonders betroffen.

30 annullierte Flüge in München

Auch in Nürnberg meint es das Wetter nicht gut mit den Festival-Fans. Rock im Park begann unter grauem Himmel und begleitet von heftigen Schauern. Am Flughafen München kam es wegen heftiger Gewitter zu einem einstündigen Abfertigungsstopp. 1200 Bewegungen (Starts und Landungen) waren geplant. 30 Flüge mussten annulliert werden, 100 waren zwischen einer und zwei Stunden verspätet, 160 Flüge zwischen 30 und 60 Minuten.

In Hamm am Rand des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen fuhr die Feuerwehr nach dem Durchzug von Starkregen und heftigen Windböen am späten Nachmittag 50 Einsätze, wie ein Sprecher berichtete. Bäume waren umgestürzt und auf Dächer gefallen, Dachziegel wurden losgerissen. Die Feuerwehr musste ein Baugerüst sichern. Außerdem wurde das Fest Hammer Summer abgesagt. Von Verletzten ist hier nichts bekannt.

asc/dpa

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