Rom Papst kritisiert den Kommerz des Weihnachtsfests

Weihnachten ist mehr als nur oberflächlicher Glitter: Benedikt XVI. beklagte bei der Christmette im Petersdom den Konsumterror - und forderte die Gläubigen auf, die "wahre Freude" des Heiligen Abends zu erkennen.

REUTERS

Rom - Papst Benedikt XVI. hat bei der Christmette im Petersdom die Kommerzialisierung des Weihnachtsfests beklagt. Er rief die Gläubigen dazu auf, "durch die glänzenden Fassaden dieser Zeit hindurchzuschauen bis zu dem Kind im Stall von Bethlehem, um so die wahre Freude und das wirkliche Licht zu erkennen".

Tausende Menschen hatten Benedikt begrüßt, als er zwei Stunden vor Mitternacht für die traditionelle Weihnachtsmesse in die Basilika einzog. Starke Sicherheitsvorkehrungen des Vatikans sollen einen Vorfall wie vor zwei Jahren verhindern, als eine verwirrte Frau sich kurz vor der Messe auf Benedikt stürzen und ihn zu Boden reißen konnte. Benedikt fuhr erneut, wie erstmals im Oktober, auf einem rollenden Podest im Mittelgang zum Altar. Die Messe war wie in den beiden Vorjahren früher als sonst angesetzt, um dem 84-jährigen Benedikt mehr Ruhe vor der Weihnachtsbotschaft und dem Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) am Sonntagmittag zu gönnen, den er in Dutzenden Sprachen verlesen wird.

Auf dem Petersplatz verfolgten Gläubige und Touristen die Messe bei kühl-feuchtem Wetter auf Videoleinwänden. Das Oberhaupt der Katholiken hatte zuvor die große Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz gesegnet und ein Friedenslicht angezündet: Mit einer Ölleuchte machte er von seinem Fenster aus in Richtung der Gläubigen das Zeichen des Kreuzes. Es ist sein siebtes Weihnachtsfest im Vatikan seit seiner Wahl zum Papst 2005.

Auf dem Petersplatz steht auch ein riesiger Weihnachtsbaum aus der Ukraine, der mit Tausenden Lichtern behängt ist. Die Gläubigen sangen italienische Lieder, zu Ehren des aus Bayern stammenden Joseph Ratzinger aber auch ein bayerisches.

Zehntausende werden in den kommenden Tagen die überdimensionale Krippenlandschaft bewundern können. Die traditionelle Szene im Stall zu Bethlehem streicht in diesem Jahr die Rolle und Bedeutung der Mutter Gottes heraus. Die Krippentradition auf dem Petersplatz wurde - wie auch der Weihnachtsbaum - von Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. im Jahr 1982 für das Fest der Geburt Jesu dort wieder eingeführt.

bos/dpa/AFP/dapd



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adsc3031 25.12.2011
1. Gold
Zitat von sysopWarme Herzen bei kühl-feuchtem Wetter in Rom: Tausende Gläubige*kamen Heiligabend in den Petersdom, um*mit Benedikt XVI. die Christmette zu feiern.*Sie ehrten auch die*bayerische Herkunft des Papstes. Rom: Papst*kritisiert den*Kommerz*des Weihnachtsfests - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,805732,00.html)
Wie kann ein Mann, der mehr Gold trägt, als jeder möchtegern HipHop-Künstler, die Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes kritisieren. Ich möchte mal gerne wissen, welche Unmengen an Geld die katholische Kirche für ihr pompöses Gehabe ausgibt, anstelle das Geld denen zugeben, die es dringend brauchen. Warum kann der Papst nicht in einem schlichten Gewand auftreten? Warum müssen Kirchen imposanter sein als die Bauten russischer Zaren? Warum besinnt die Kirche sich nicht mal ihrer Grundwerte?
duk2500 25.12.2011
2. Weihnachten statt Konsumterror...
...und großem Fressen, da hat der Papst ja durchaus Recht, wenn er dieses schöne und für unseren Kulturkreis so wichtige Fest den Klauen der materialistischen Konsumgesellschaft wieder entreißen will.
david_2010 25.12.2011
3. Palast in Rom
Der Mann, der in seinem Palast in Rom wohnt, kritisiert also den Materialismus. Interessant.
waldemar.l. 25.12.2011
4. Und wer...
Zitat von sysopWarme Herzen bei kühl-feuchtem Wetter in Rom: Tausende Gläubige*kamen Heiligabend in den Petersdom, um*mit Benedikt XVI. die Christmette zu feiern.*Sie ehrten auch die*bayerische Herkunft des Papstes. Rom: Papst*kritisiert den*Kommerz*des Weihnachtsfests - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,805732,00.html)
...kritisiert die Geldgier der RKK? Herkunft, da kann ja er und ich nichts dafür das er leider ein Bayer ist.
gundi 25.12.2011
5. Bigotterie
Zitat von sysopWarme Herzen bei kühl-feuchtem Wetter in Rom: Tausende Gläubige*kamen Heiligabend in den Petersdom, um*mit Benedikt XVI. die Christmette zu feiern.*Sie ehrten auch die*bayerische Herkunft des Papstes. Rom: Papst*kritisiert den*Kommerz*des Weihnachtsfests - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,805732,00.html)
[QUOTE=sysop;9349309] Papst Benedikt XVI. hat bei der Christmette im Petersdom die Kommerzialisierung des Weihnachtsfests beklagt. Er rief die Gläubigen dazu auf, "durch die glänzenden Fassaden dieser Zeit hindurchzuschauen bis zu dem Kind im Stall von Bethlehem, um so die wahre Freude und das wirkliche Licht zu erkennen". Die Botschaft käme an, wenn sie authentisch wäre - so ist es eine bigotte Aussage - die katholische Kirche ist durch und durch kommerzialierst und dem aktuellen Papst geht es offensichtlich nicht um die spirituelle Offenbarung der Weihnachtsbotschaft - vielmehr fordert er einen unkritischen Glauben, gesteuert aus Rom. Polytheismus? Monotheismus? Atheismus? ich wünsche mir und allen Menschen Glaubensfreiheit ... aber keine Bigotterie.
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