Auktion in den USA Haus von Rosa Parks findet keinen Käufer

Das ehemalige Wohnhaus der schwarzen Bürgerrechtsikone Rosa Parks sollte bei einer Versteigerung bis zu drei Millionen Dollar einbringen. Doch nicht einmal das Mindestgebot wurde eingereicht.

AFP

Das Haus, in dem einst die US-Bürgerrechtsaktivistin Rosa Parks lebte, hat bei einer Auktion in den USA keinen Käufer gefunden. Das Gebäude aus Holz mit Spitzdach und zwei Stockwerken war zuvor vom New Yorker Auktionshaus Guernsey's auf bis zu drei Millionen Dollar geschätzt worden. Bei der Versteigerung in New York bot aber niemand das Mindestgebot von einer Million Dollar.

Laut dem Auktionshaus hatte Parks in dem Haus mit zahlreichen anderen Familienmitgliedern gelebt. Sie, ihr Bruder, ihre Schwägerin und deren 13 Kinder hätten sich die drei Schlafzimmer und ein Bad geteilt.

Parks hatte sich 1955 in Montgomery im US-Bundesstaat Alabama geweigert, ihren Platz in einem Bus für einen Weißen zu räumen. Sie gilt seitdem als Ikone der schwarzen US-Bürgerrechtsbewegung. Als Folge der rassistischen Anfeindungen in Alabama zog Parks gemeinsam mit ihrem Ehemann Raymond von Montgomery nach Detroit. Dort starb sie im Jahr 2005.

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Bürgerrechtsikone Rosa Parks: Ein geschichtsträchtiges Haus

Das Haus war ursprünglich im Besitz der Familie des Bruders von Rosa Parks, Sylvester McCauley. Dann war es lange verlassen und sollte abgerissen werden, bis Rosa Parks' Nichte Rhea McCauley es für 500 Dollar kaufte. Sie versuchte, es zu retten, traf schließlich den in Berlin lebenden amerikanischen Künstler Ryan Mendoza und spendete es ihm.

Mendoza verschiffte das Haus nach Berlin und baute es 2017 auf seinem Grundstück im Stadtteil Wedding wieder auf, wo es sich Hunderte Menschen anschauten. Anfang des Jahres kehrte das Haus dann über den Atlantik zurück in die USA und war für einige Zeit an der renommierten Brown University in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island zu sehen. Derzeit ist es in einer Halle in der Nähe von New York eingelagert. Was nun mit dem Haus passiert, ist unklar.

aar/dpa



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schera 27.07.2018
1. naja
3Mio für die Bruchbude?! Völlig überzogen
naftialmani 27.07.2018
2. Nationales Erbe
Keine der zahlreichen reichen US-Stiftungen mag sich des Hauses anzunehmen? - Wenn ich vergleichsweise so sehe, was alles im Haus der Geschichte in Bonn landet!
stefan.hemmer 27.07.2018
3. Haus?
Nun ja, es war wohl mal ein Haus. Jetzt ist es nur noch ein Haufen Bretter. Und dafür 3 Mio.?
thomas234 27.07.2018
4. Wer hätte das gedacht?
Der Bausatz (denn mehr scheint es ja nicht zu sein) für ein nicht sehr großes Haus, das vor ein paar Jahren mal 500 $ gekostet hat, soll nun für mindestens das 2000-fache verkauft werden. Ncht mal das Grundstück ist dabei. Wer bitte schön soll das warum bezahlen???
OhMyGoodness 27.07.2018
5. Warum genau ?
Das Haus des Bruders von Rosa Parks wurde 2008 für 500$ gekauft und damit vor dem Abriss bewahrt. Dann wurde es an einen Künstler verschenkt. Der hat es zerlegt und an verschiedenen Stellen ausgestellt. Jetzt soll das Haus - aka die Einzelteile - mind. 1 Mio. bringen, geschätzt war es auf 2 Mio., erwartet hatte man 3 Mio. Nur warum das jemand bezahlen sollte, ist mit nicht klar. Was ist seit 2008 passiert, dass sich der Wert der Einzelteile dieses alten Hauses verviertausendfacht hat. Rosa Parks war die meiste Zeit Ihres Lebens arm - das hier ist eine Perversion.
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