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Rosenmontag: Sturmtief "Ruzica" vermasselt Karnevalsumzüge

Karnevalisten bei den Kölner "Schull- und Veedelszöch": "Ruzica" sorgt für Ärger Zur Großansicht
DPA

Karnevalisten bei den Kölner "Schull- und Veedelszöch": "Ruzica" sorgt für Ärger

Heftige Sturmböen fegen über Deutschland. Mainz und Münster haben ihre Rosenmontagsumzüge schon abgesagt, Düsseldorf hat noch nicht entschieden, in Köln wird es eine abgespeckte Variante geben. Der Überblick.

Um 11.11 Uhr sollte es losgehen: Die Motivwagen und Musiker sollten durch die Straßen ziehen, die Zuschauer jubeln und feiern. Wie sonst bei den Rosenmontagsumzügen in Deutschland. Doch in diesem Jahr wird in zahlreichen Städten nichts daraus. Schuld ist das heftige Sturmtief namens "Ruzica", gesprochen: Ruschiza.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für Montag in weiten Teilen Deutschlands Sturmböen der Stärke 8 bis 9. Neben Sturm soll "Ruzica" auch für starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter sorgen.

Deswegen haben mehrere Städte ihre Rosenmontagsumzüge abgesagt, darunter auch Mainz, eine der größten deutschen Karnevalshochburgen. Seit Monaten werde über die Terrorgefahr gesprochen und nach der Kölner Silvesternacht dann über Rückzugsräume für Frauen, sagt der Sprecher der Mainzer Zugleitung, Claus Aulenbacher. "Und am Ende macht uns die Natur einen Strich durch die Rechnung."

In welchen Städten werden die Umzüge abgesagt? Wo wird trotzdem gefeiert? Und wie reagieren die Karnevalisten? Der Überblick:

  • "Es tut mir im Herzen weh", sagte der Präsident des Mainzer Carneval Vereins (MCV), Richard Wagner. Aber die Entscheidung sei ganz klar, Sicherheit gehe vor. Deshalb wurde der Umzug in der Stadt abgesagt. Es werde sicher Kritik geben, wenn der Wind dann doch nicht so stark werde, sagte Wagner. Aber: "Wenn auch nur ein Dachziegel runterfällt und jemanden trifft, möchte ich nicht mehr dabei sein." In Mainz waren Hunderttausende Menschen erwartet worden. "Es sticht ins Herz", sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Aber es seien einfach zu viele potenzielle Gefahren. "Das ist nicht das Ende des Frohsinns."
    Die Polizei rechnet eigenen Angaben zufolge damit, dass trotz der Absage zahlreiche feiernde Besucher in der Stadt unterwegs sein werden. Man werde mit starken Kräften vor Ort sein, sagte ein Sprecher. Ob es einen Ersatztermin für den Umzug gibt, ist bisher unklar.

  • In Düsseldorf teilte das Festkomitee am Morgen mit, der Zug finde nicht statt. Dem Sicherheitskonzept zufolge muss er ab Windstärke 8 abgesagt werden.

  • In Köln wird es nur eine deutlich abgespeckte Version des Karnevalzugs geben - und zwar unter "präventiven Sicherheitsvorkehrungen", wie die Organisatoren mitteilten. Die Jecken wollen wegen der erwarteten Windböen unter anderem auf die sonst üblichen 500 Pferde und auf große Figuren verzichten. Außerdem sollen an allen Tribünen die Planen entfernt werden, die die Besucher von Wind und Regen schützen. Ob weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wollen die Verantwortlichen von Karnevalsverein, Stadt, Polizei und Feuerwehr am Montagmorgen beschließen. "Wir lassen uns das Feiern auch vom Wetter nicht vermiesen", sagt Zugleiter Christoph Kuckelkorn.

  • Der Rosenmontagsumzug in Münster wurde abgesagt. Es sei unverantwortlich, den Zug bei einer vorhergesagten Windstärke von 8 oder gar 9 laufen zu lassen, hieß es. In den vergangenen Jahren habe die Stadt zwischen 80.000 und 120.000 Zuschauer gezählt, sagte der Vizepräsident Bürgerausschuss Münsterscher Karneval, Helge Nieswandt. Es soll als Ausgleich eine "anders geartete Veranstaltung" geben, die allerdings nicht karnevalistisch sei, sagte er. Darüber soll in etwa 14 Tagen beraten werden.

  • Abgesagt wurden auch die Umzüge in Duisburg, Hagen, im Stadtteil Kupferdreh in Essen und in Wenden im Sauerland.

aar/dpa

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