Rote-Flora-Proteste 120 Polizisten in Hamburg bei Straßenschlachten verletzt

Steine und Flaschen auf Polizisten, Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen Demonstranten: Bei Protesten für den Erhalt des linken Kulturzentrums Rote Flora ist es in Hamburg zu den schwersten Krawallen seit Jahren gekommen. 120 Polizisten wurden verletzt, einige von ihnen schwer.


Hamburg - Nach den schwersten Krawallen seit Jahren hat sich die Situation in Hamburg erst in der Nacht zu Sonntag entspannt. "Die Lage hat sich jetzt beruhigt", sagte Polizeisprecher Mirko Streiber. Zuvor waren im Schanzenviertel und auf St. Pauli Einsatzkräfte und Demonstranten immer wieder aneinandergeraten. 120 Polizisten wurden dabei verletzt - 19 von ihnen so schwer, dass sie nach Angaben eines Polizeisprechers im Krankenhaus behandelt werden mussten. 21 Demonstranten wurden vorläufig festgenommen, weitere 320 wurden in Gewahrsam genommen.

Insgesamt waren am Samstag nach Polizeiangaben 7300 Demonstranten ins Schanzenviertel gekommen, um für den Erhalt des linken Kulturzentrums Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel zu protestieren. Die Veranstalter sprachen von mehr als 10.000 Teilnehmern. Die Polizei war mit 3168 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz - und hatte die Innenstadt schon im Vorfeld zum "Gefahrengebiet" erklärt. Damit konnten Polizisten dort zwischen 14 und 23 Uhr ohne konkreten Verdacht Menschen durchsuchen, in Gewahrsam nehmen und Platzverweise erteilen.

Die Lage eskalierte schon kurz nach Beginn der Demonstration am Samstagnachmittag: Vor der Roten Flora warfen Randalierer aus dem sogenannten Schwarzen Block Böller und Gegenstände in Richtung der Polizisten. Diese setzten Wasserwerfer ein und drängten den Demonstrationszug mit Schlagstöcken zurück.

Fotostrecke

10  Bilder
Eskalierte Großdemo: Ausnahmezustand in Hamburg
"Es hat von Anfang an eine aggressive Grundstimmung geherrscht, wir sind massiv angegriffen worden", sagte ein Polizeisprecher. Deshalb seien die Krawalle schnell aufgelöst worden. "Das ist derart gewalttätig gewesen, das haben wir lange so nicht erlebt."

Die Organisatoren der Demonstration kritisierten einen "massiven Einsatz von Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern". Sie beschuldigten die Polizei, den Protestzug von Anfang an bewusst gestoppt zu haben. Dies stelle den skandalösen Versuch dar, die politische Auseinandersetzung über die Rote Flora, die Esso-Häuser und das Bleiberecht von Flüchtlingen hinter Rauchschwaden und Wasserwerfern unsichtbar zu machen, hieß es in einer Erklärung.

Der Protest richtete sich einerseits gegen eine Räumung des seit mehr als 20 Jahren besetzten Kulturzentrums Rote Flora, wie sie der Eigentümer Klausmartin Kretschmer angedroht hat. Außerdem ging es um das Bleiberecht für Flüchtlinge und die Esso-Häuser an der Reeperbahn. Die Häuser waren am vergangenen Wochenende wegen Einsturzgefahr evakuiert worden.

aar/dpa/AFP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 594 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Ottonormal05 22.12.2013
1.
Zitat von sysopDPASteine und Flaschen auf Polizisten, Schlagstöcke und Wasserkanonen gegen Demonstranten: Bei Protesten für den Erhalt des linken Kulturzentrums Rote Flora ist es in Hamburg zu den schwersten Krawallen seit Jahren gekommen. 117 Polizisten wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Rote Flora in Hamburg: Dutzende Verletzte nach Krawallen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/rote-flora-in-hamburg-dutzende-verletzte-nach-krawallen-a-940508.html)
Demonstranten die Gewalt anwenden sind keine Demonstranten sondern Terroristen. Es wird höchste Zeit das diese tTrroristen endlich mit aller Härte bekämpt werden. Da darf es keinerlei Milde mehr geben. Jedes Mittel muss recht sein um diese gewalttätigen Linksterroristen zu stoppen und zu verhaften. Einkesseln,zusammenknüppeln, danach Schnellgericht und ausnahmslos ohne Bewährung direkt für 1-2 Jahre in Haft. Der Staat hat seine Bürger vor solch gewalttätigen gesindel zu schützen.
fritze28 22.12.2013
2. so viel Gewalt
und verletzte durch linke an einem tag. das schaffen rechte nicht in 10 Jahren. nur leider interessiert es hier niemanden.
sflad 22.12.2013
3. Die Polizei ist überfordert
Ich würde mich sehr gerne mit den befehlsgebenden Polizisten unterhalten. Die soziale Kompetenz Frage stellen. Die Demo gestern war ein Trauerspiel auf beiden Seiten und die Berichterstattung wird diesem nicht wirklich gerecht. Die Polizei hat die Demo schon als beendet erklärt als wir noch keine 20m gelaufen waren. Jeder mit Menschenkenntnis weiß was das für einen Frust auslöst, wenn es einem Großteil der beteiligten um Inhalte ging, denn Wohnungsspekulation, der Verfall der Essohäuser und der Ausverkauf in St. Pauli sind meine Themen. Das Feindbild wächst nun aber ein Stück weiter und das nützt niemandem.
somasemapsyches 22.12.2013
4. DAS hätten sich mal
Zitat von sysopDPASteine und Flaschen auf Polizisten, Schlagstöcke und Wasserkanonen gegen Demonstranten: Bei Protesten für den Erhalt des linken Kulturzentrums Rote Flora ist es in Hamburg zu den schwersten Krawallen seit Jahren gekommen. 117 Polizisten wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Rote Flora in Hamburg: Dutzende Verletzte nach Krawallen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/rote-flora-in-hamburg-dutzende-verletzte-nach-krawallen-a-940508.html)
die Rechten erlauben sollen!! Da wäre aber das gesamte linke und sonstige Gutmenschen - und Menschenrechtsgesindel auf der Matte, mitsamt dem Salbaderer an der Staatsspitze. Aber soooo. Das sind Linke, im Prinzip Freiheitskämpfer... Pfui Teufel!
kai kojote 22.12.2013
5. optional
Komisch find ich, dass man sowohl hier als auch bei Tagesschau und anderen nur Photos und Videos von Polizisten sieht. Und klar gibt es soviele verletzte Polizisten wenn jede schmerzende Faust die auf Demonstranten einprügelte und jede Blase am Fuß durch's in Rennen in Polizei-Kampfpanzerung als Verletzung registriert wird, während halbtote Demonstranten einfach in Wannen verschwinden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.