Alltag eines Stripperpaars "Mein erster Gedanke war: wow!"

Für ihren extravaganten Lebensstil als Bodybuilder arbeiten Ruslan und Lena tagsüber als Fitnesstrainer und nachts in einer Stripbar in Smolensk. Die Fotografin Anastasia Evsinekina hat den stressigen Alltag des Paars begleitet.

Anastasia Evsinekina

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Nachts um drei verlassen Ruslan und Lena den Smolensker Stripclub, in dem sie als Tänzer arbeiten. Morgens um acht klingelt bereits der Wecker: Frühstück, kurzes Ausdauertraining - und schon geht es für die beiden in den Fitnessclub, wo sie tagsüber arbeiten und als Trainer neue Mitglieder einweisen. An Wochenenden präsentieren sie bei Bodybuilding-Wettbewerben selbst ihre muskulösen Körper - freie Tage bleiben kaum. Ihr Leben ist streng getaktet.

Dieses Leben zwischen mehreren Jobs hat die Fotografin Anastastsia Evsinekina festgehalten. Ursprünglich wollte Evsinekina, die frühere selbst tanzte, zeigen, wie Menschen zum Striptease kommen.

Sie recherchierte im Internet und lernte Lena und Ruslan in einem Online-Netzwerk kennen. Sie schrieben sich erst einige Nachrichten, bevor sie sich trafen. "Mein erster Eindruck war: wow! Die beiden fallen sehr auf, vielleicht wegen ihrer Energie oder ihres Charmes. Sie sind ein großes, muskulöses, attraktives und schönes Paar", sagt Evsinekina.

Die beiden seien sehr aufgeschlossen und hätten dem Projekt schnell zugestimmt - durch ihre Arbeit sind sie Aufmerksamkeit gewöhnt. Ruslan tritt bei Amateur-Bodybuilder-Wettbewerben in ganz Russland auf, Lena nimmt seit eineinhalb Jahren an Meisterschaften in der Fitness-Bikini-Klasse teil. Beide müssen sich im Vorfeld an eine spezielle Diät halten, jeden Tag verschiedene Muskelgruppen trainieren.

Ihren Lebensstil, die Kleidung und besondere Ernährung vor den Bodybuilding-Wettbewerben finanzieren Lena und Ruslan mit ihren Jobs im Fitness- und Stripclub. Evsinekina zeigt das Paar dort bei der Arbeit: beim Tanzen unter buntem Partylicht, in der Pause Wasserpfeife rauchend, beim Warten auf den nächsten Auftritt. Die Fotografin gibt aber auch ein Einblicke in private Momente des Paares.

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Bodybuilder, Fitnesstrainer und Stripper: Lena und Ruslan aus Smolensk

In dem Nachtclub bekommen die Tänzer neben ihrem Gehalt auch Trinkgeld, werden bei Krankheit oder Urlaub weiterbezahlt - doch Ferien gönnt sich das Paar so gut wie nie. Trotz der fairen Bedingungen im Club ist die Arbeit nicht immer einfach. Fast jeder der Striptease-Tänzer habe schon Probleme mit Gästen bekommen, sagt Evsinekina. Manche Besucher würden unanständige Witze machen, die Männer und Frauen unerlaubterweise anfassen oder sogar gewalttätig werden. Ruslan wurde schon einmal von einer Flasche getroffen, die Wunde musste genäht werden.

Als Evsinekina ihre Fotos in russischen Medien veröffentlichte, erhielt sie viele negative Kommentare. "Viele sehen nur die nackten Körper und sagen, wenn man sich auszieht, dann prostituiert man sich", sagt die Fotografin. Für Ruslan und Lena sei strippen einfach ein normaler Job, keine Leidenschaft - und eine Möglichkeit, auch nachts Geld zu verdienen, um sich ihren Lebensstil leisten zu können.

Außerdem war Evsinekina beeindruckt von der Beziehung Lenas und Ruslans, sie würden einander tief respektieren und verstehen, sich durch in ihren harten Alltag helfen: "Ohne ihre gegenseitige Unterstützung, Inspiration und Motivation könnten sie das nicht durchhalten." Gemeinsam arbeiten Lena und Ruslan weiter an ihrer beruflichen aber auch privaten Zukunft - bald wollen sie zusammen ein Kind haben.

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