Traditionelles Eisbad Mehr als zwei Millionen Russen tauchen ab

Putin tut es - und mit ihm zahllose Landsleute: Das traditionelle Eisbad wird in Russland immer beliebter. Nicht nur aus religiösen Gründen.

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Mehr als zwei Millionen Russen haben sich anlässlich des orthodoxen Epiphaniasfests in die eiskalten Fluten ihrer örtlichen Gewässer geworfen. Allen voran Präsident Putin, der laut russischen Nachrichtenagenturen in der Nähe von Moskau sein Eisbad nahm - wo genau, wurde nicht vermeldet.

Das Baderitual findet traditionell in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar statt und soll an die Taufe Jesu erinnern. Mit Spitzhacken werden Löcher in die Eisdecken von Flüssen, Seen oder Teichen geschlagen, damit die Wagemutigen eintauchen können. Mancherorts segnen orthodoxe Geistliche das Wasser, das die Menschen läutern und sie von Sünden reinwaschen soll.

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Eisbaden in Russland: Frostschock

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt beteiligten sich in der Nacht auf Samstag allein in Moskau knapp 270.000 Menschen an der Zeremonie, wie die Agentur Ria Nowosti meldete. Landesweit wurden 2,4 Millionen Menschen gezählt.

In der Hauptstadt standen 59 derartige Badestellen zur Verfügung. Der Brauch werde immer beliebter, sagte ein Stadtvertreter. Nicht immer jedoch nehmen die Menschen aus religiösen Gründen teil. Viele nutzen die Gelegenheit als Mutprobe oder Freizeitspaß. Weil es in der Vergangenheit häufig zu Notfällen mit teils tödlichem Ausgang gekommen ist, waren im ganzen Land mehr als 40.000 Einsatzkräfte vor Ort. Laut offiziellen Angaben gab es keine Zwischenfälle.

ala/dpa

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