Sachsen Massenschlägerei in Flüchtlingsunterkunft

In Sachsen hat es in zwei Wohnheimen für Asylbewerber gewaltsamen Streit gegeben. In Chemnitz gab es eine Messerattacke, in Leipzig eine Massenschlägerei mit 200 Personen.


Bei Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen in Sachsen sind mehrere Menschen verletzt worden. In einer Unterkunft in Chemnitz kamen zwei Tunesier im Alter von 23 und 24 Jahren mutmaßlich nach einer Messerattacke ins Krankenhaus, sagte ein Polizeisprecher.

Ebenfalls verletzt wurden zwei Albaner im Alter von 23 und 25 Jahren. Die Beamten nahmen einen 18-Jährigen fest, der für die Messerattacke verantwortlich gewesen sein soll.

Massenschlägerei in Leipzig

Auf dem Leipziger Messegelände kam es am späten Donnerstagabend zu einer Massenschlägerei zwischen rund 200 Syrern und Afghanen. Dabei wurden laut Polizei mehrere Menschen verletzt. Eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes brach sich beim Weglaufen die Kniescheibe.

Der Streit sei vermutlich von einem 17-jährigen Afghanen ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher. Der Jugendliche habe ein elfjähriges Mädchen aus Syrien bedroht. Er soll dabei ein Messer in der Hand gehalten haben.

Als das Mädchen wegrannte und mit ihrem Onkel zurückkehrte, kam es zu einer Rangelei, an der sich in der Folge immer mehr Menschen beteiligten. Sie sollen teilweise mit Latten, Tischbeinen, Bettgestellen und Ästen aufeinander losgegangen sein.

Im August hatte es in einer Erstaufnahme im thüringischen Suhl einen vergleichbaren Vorfall gegeben. Damals wurden nach handgreiflichen Auseinandersetzungen 16 Menschen verletzt. Auslöser war ein religiöser Streit. Ein Mann wurde von anderen Insassen attackiert, weil er offenbar unflätig mit dem Koran umgegangen war.

Der thüringische Integrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) sprach damals von "Lynchjustiz" - zugleich betonte er: Wenn Menschen auf engstem Raum zusammenleben, werde das nie konfliktfrei abgehen. Der Suhler Oberbürgermeister Jens Triebel (parteilos) nannte die Überbelegung des Heims verantwortungslos.

sms/dpa

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