Sachsen Sammler findet 72 Jahre alten Liebesbrief in Banjo 

Voller Wehmut, geschrieben mit dem Bleistift: Ein sächsischer Instrumentensammler hat in einem Banjo einen Liebesbrief vom November 1946 entdeckt. Er war gut versteckt.

Liebesbrief aus dem Instrument
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Liebesbrief aus dem Instrument


Zusammengefaltet wie eine Ziehharmonika - so fand Stefan Götze das Schreiben. Der Instrumentensammler aus Sachsen hat einen Liebesbrief in einem alten Banjo entdeckt. Er ist auf den 17. November 1946 datiert. Der fast 72 Jahre alte Brief steckte, von außen nicht zu sehen, zwischen dem Holzkörper und einem Metallring, sagt Götze.

Eine Frau namens Anni hat die Zeilen an ihren Geliebten geschrieben. Sie bringt darin ihre Liebe zum Ausdruck - und ihre Trauer. Anni schreibt über den Verlust ihres Ehemannes, den Fortgang ihres Sohnes und ihr unglückliches Leben.

Der einstige Banjo-Besitzer hatte sie offenbar verlassen und ihr damit das Herz gebrochen. "Ich war die Zeit, in der du kamst, sehr glücklich und ich weiß auch, da du nun nicht mehr kommst, dass ich daran zugrunde gehe, denn ich bin ein Mensch, an dem das Glück immer vorbei gegangen ist", heißt es in dem Brief.

Anni äußert darin auch einen Wunsch: "Den Brief bitte sofort vernichten." Doch ihr Geliebter hielt sich offensichtlich nicht daran.

Hobby-Instrumentensammler Stefan Götze (r.) und Instrumentenbauer Albrecht Wunderlich
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Hobby-Instrumentensammler Stefan Götze (r.) und Instrumentenbauer Albrecht Wunderlich

Woher der Zettel stammt, weiß Finder Götze nicht. Er vermutet aus Berlin, weil der Stadtbezirk Treptow erwähnt wird. Das sechssaitige Banjo amerikanischer Bauart aus den 1930er Jahren hat eine Bekannte für Götze auf einer Auktion in Plauen ersteigert. Das Banjo und ein weiteres Instrument kosteten 140 Euro. Sie stammen aus einer privaten Sammlung in Niedersachsen. Mit dem Instrumentenbauer Albrecht Wunderlich entdeckte Götze den Brief.

Götze gab das Banjo und den Brief als Leihgaben ins Musikinstrumenten-Museum in Markneukirchen. Dort können Besucher nachlesen, was sich die Schreiberin noch von ihrem Geliebten wünschte: "Nenne mich in Gedanken noch einmal meine kleine liebe Anni."

jpz/dpa

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