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30. Oktober 2012, 03:23 Uhr

Schiffsunglück

Geborgenes Crew-Mitglied der "Bounty" ist tot

Die dramatische Rettungsaktion mit zwei Helikoptern - für ein Crew-Mitglied des gesunkenen Segelschiffs "Bounty" kam die Hilfe zu spät: Eine Frau konnte noch ohnmächtig aus dem Wasser gezogen werden, starb aber an den Folgen der Havarie. Der Kapitän wird noch vermisst.

Washington/New York - Vor der US-Ostküste ist der Dreimaster "HMS Bounty" am Montag in schwerer See gesunken - ein Crew-Mitglied ist gestorben. Eine Frau, die "Bounty"-Mitglied war und am Montagabend (US-Ortszeit) aus dem Wasser gezogen wurde, ist tot. Das bestätigte ein Sprecher des Albemarle-Krankenhauses in Elizabeth City (Bundesstaat North Carolina) am Montagabend der Nachrichtenagentur dpa. Die 42-Jährige war ohnmächtig von der US-Küstenwache geborgen und dann in die Klinik geflogen worden.

Der 63 Jahre alte Kapitän des Schiffes wird weiter vermisst. Die 16 Mann starke Besatzung hatte den aus dem Hollywood-Klassiker bekannten Großsegler am frühen Montagmorgen etwa 150 Kilometer südöstlich von North Carolina aufgegeben, war in Rettungsboote gestiegen und hatte Hilferufe gefunkt.

Vor dem Untergang des Segelschiffs konnten sich 14 der 16 Besatzungsmitglieder in Rettungsbooten in Sicherheit bringen. Das Schiff war am Montag vor der Küste des Bundesstaats North Carolina wegen des herannahenden Hurrikans "Sandy" bei bis zu fünf Meter hohen Wellen und Windböen von bis zu 65 Stundenkilometern in Seenot geraten und hatte einen Notruf abgesetzt. Nach Ausfall der Stromversorgung konnte die 16-köpfige Besatzung das Wasser, das bei den hohen Wellen ins Schiff kam, nicht mehr herauspumpen, so dass sie zum Verlassen des Schiffes gezwungen war.

Wie die Küstenwache am Mittag mitteilte, wurden die 14 Seeleute aus den beiden Rettungsbooten mit zwei Helikoptern geborgen.

Bei dem 55 Meter langen Dreimaster handelt es sich um einen Nachbau der legendären "HMS Bounty" aus dem 17. Jahrhundert. Das Segelschiff war 1962 für den Spielfilm "Die Meuterei auf der Bounty" gebaut worden, bei dem es um den berühmten Aufstand der Besatzung des britischen Segelschiffs 1789 vor Tahiti ging. Später war der Nachbau des Schiffes auch für die Dreharbeiten anderer Filme eingesetzt worden.

Der Sturm "Sandy" traf in der Nacht zum Dienstag im Bundesstaat New Jersey auf Land. Auch die Metropole New York bereitete sich auf den Sturm vor, dort kam das öffentliche Leben zum Erliegen. Insgesamt soll ein Küstenstreifen von mehr als 1100 Kilometern von Maine bis nach South Carolina die Auswirkungen des Sturms zu spüren bekommen. Im Gefahrengebiet leben etwa 50 Millionen Menschen.

tok/dpa

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