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Schiffsunglück: Geborgenes Crew-Mitglied der "Bounty" ist tot

Die dramatische Rettungsaktion mit zwei Helikoptern - für ein Crew-Mitglied des gesunkenen Segelschiffs "Bounty" kam die Hilfe zu spät: Eine Frau konnte noch ohnmächtig aus dem Wasser gezogen werden, starb aber an den Folgen der Havarie. Der Kapitän wird noch vermisst.

Rettungsaktion: Küstenwache holt "Bounty"-Crew aus dem Wasser Zur Großansicht
REUTERS/ U.S. Coast Guard

Rettungsaktion: Küstenwache holt "Bounty"-Crew aus dem Wasser

Washington/New York - Vor der US-Ostküste ist der Dreimaster "HMS Bounty" am Montag in schwerer See gesunken - ein Crew-Mitglied ist gestorben. Eine Frau, die "Bounty"-Mitglied war und am Montagabend (US-Ortszeit) aus dem Wasser gezogen wurde, ist tot. Das bestätigte ein Sprecher des Albemarle-Krankenhauses in Elizabeth City (Bundesstaat North Carolina) am Montagabend der Nachrichtenagentur dpa. Die 42-Jährige war ohnmächtig von der US-Küstenwache geborgen und dann in die Klinik geflogen worden.

Der 63 Jahre alte Kapitän des Schiffes wird weiter vermisst. Die 16 Mann starke Besatzung hatte den aus dem Hollywood-Klassiker bekannten Großsegler am frühen Montagmorgen etwa 150 Kilometer südöstlich von North Carolina aufgegeben, war in Rettungsboote gestiegen und hatte Hilferufe gefunkt.

Vor dem Untergang des Segelschiffs konnten sich 14 der 16 Besatzungsmitglieder in Rettungsbooten in Sicherheit bringen. Das Schiff war am Montag vor der Küste des Bundesstaats North Carolina wegen des herannahenden Hurrikans "Sandy" bei bis zu fünf Meter hohen Wellen und Windböen von bis zu 65 Stundenkilometern in Seenot geraten und hatte einen Notruf abgesetzt. Nach Ausfall der Stromversorgung konnte die 16-köpfige Besatzung das Wasser, das bei den hohen Wellen ins Schiff kam, nicht mehr herauspumpen, so dass sie zum Verlassen des Schiffes gezwungen war.

Wie die Küstenwache am Mittag mitteilte, wurden die 14 Seeleute aus den beiden Rettungsbooten mit zwei Helikoptern geborgen.

Bei dem 55 Meter langen Dreimaster handelt es sich um einen Nachbau der legendären "HMS Bounty" aus dem 17. Jahrhundert. Das Segelschiff war 1962 für den Spielfilm "Die Meuterei auf der Bounty" gebaut worden, bei dem es um den berühmten Aufstand der Besatzung des britischen Segelschiffs 1789 vor Tahiti ging. Später war der Nachbau des Schiffes auch für die Dreharbeiten anderer Filme eingesetzt worden.

Der Sturm "Sandy" traf in der Nacht zum Dienstag im Bundesstaat New Jersey auf Land. Auch die Metropole New York bereitete sich auf den Sturm vor, dort kam das öffentliche Leben zum Erliegen. Insgesamt soll ein Küstenstreifen von mehr als 1100 Kilometern von Maine bis nach South Carolina die Auswirkungen des Sturms zu spüren bekommen. Im Gefahrengebiet leben etwa 50 Millionen Menschen.

tok/dpa

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insgesamt 53 Beiträge
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1. Frage
atemlos9 30.10.2012
Wieso schippern die denn mit der HMS Bounty vor der Küste, wenn "Sandy" im Anmarsch ist?? Schade um das schöne Schiff. Traurig für die unnötigen Menschenverluste.
2. Makaberes Drama oder der Tanz auf dem Vulkan
rabula_raser 30.10.2012
Zitat von sysopREUTERSDie dramatische Rettungsaktion mit zwei Helikoptern - für ein Crew-Mitglied des gesunkenen Segelschiffs "Bounty" kam die Hilfe zu spät: Eine Frau konnte noch ohnmächtig aus dem Wasser gezogen werden, starb aber an den Folgen der Havarie. Der Kapitän wird noch vermisst. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/sandy-geborgenes-crew-mitglied-der-bounty-ist-tot-a-864150.html
Eine der seltsamen Formen menschlicher Hybris besteht wohl darin, das Leben so wenig zu wertschätzen, dass die sich selbst als "Eliteangehörigen" bei ihren Selbstinszenierungen bei solchen Wetterlagen nicht nur als egomane "Sturmreiter" selbst in Lebensgefahr begeben, wie die Menschen, die als Besatzung und Mitfahrer auf "dieser Bounty" es dokumentierten. Die seltsame Spezies der "Armstrongianer" entblödet sich ja nicht einmal, selbst bei angenommenen Vulkanausbrüchen auf den Gipfelgrat solcher Vulkane zu kraxeln oder andere "spektakuläre" Unternehmungen zu unternehmen, die ihre Gier nach Sensation und öffentlicher Beachtung befriedigt und ihr Leben elementar gefährdet. Todessehnsucht einer untergehenden Kultur, wie die der post-demokratischen und post-industrieellen Besitzstandsfeudalstaaten Europas, Asiens und den USA, scheint Ausdrück für deren extreme Maniriertheit und ihren hybriden Größenwahn, für den in Deutschland ja auch solche Exzellenzelit'arier' wie Kohl, Genscher, Lambsdorf, Schröder, Fischer, Guttenberg, Merkel und v.a.m. stehen. Eine seltsame Spezies, diese Menschen, denen die das Leben selbst offenbar so gar nicht als Wunder zu gelten im Stande ist, dass sie es selbst zu vernichten trachten.
3. Wettprognosen ignoriert?
hhismanic 30.10.2012
So tragisch der Ausgang dieses Segelabenteuers für die betroffenen Besatzungsmitglieder, so zwingend stellt sich die Frage, warum das Schiff überhaupt in diesem Sturmgebiet unterwegs war. Schon seit Tagen warnen US-Meteorologen vor dem „Jahrhundertsturm Sandy“. Hat der Kapitän die Wetterprognosen ignoriert?
4. Wettprognosen ignoriert?
hhismanic 30.10.2012
So tragisch der Ausgang dieses Segelabenteuers für die betroffenen Besatzungsmitglieder, so zwingend stellt sich die Frage, warum das Schiff überhaupt in diesem Sturmgebiet unterwegs war. Schon seit Tagen warnen US-Meteorologen vor dem „Jahrhundertsturm Sandy“. Hat der Kapitän die Wetterprognosen ignoriert?
5. unverständlich
leastsquare 30.10.2012
So tragisch das Ganze auch ist ,frage ich mich, wieso das Segelboot überhaupt noch dort war. Vor dem Sturm wurde doch inzwischen seit über einer Woche gewarnt.
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"Sandys" Weg an der US-Ostküste

Vorhersage für Sandy:
Die rote Linie zeigt den vorhergesagten wahrscheinlichsten Weg von "Sandys" Sturmzentrum.

Der grüne Bereich zeigt weitere mögliche Pfade, die "Sandy" einschlagen könnte.

Der rote Punkt zeigt die Position des Sturmzentrums.

Stand: 13:20 Uhr
Fotostrecke
Hurrikan "Sandy": US-Ostküste zittert vor dem Sturm

Fotostrecke
"Sandy": US-Ostküste wappnet sich für Monstersturm

Was die Hurrikan-Stärken bedeuten
Hurrikans werden nach der sogenannten Saffir-Simpson-Skala je nach Intensität in Kategorien von 1 bis 5 eingestuft. Wichtige Merkmale zur Einordnung sind Windgeschwindigkeit und Zerstörungskraft.
Windgeschwindigkeiten von 119 bis 153 Kilometer pro Stunde - minimale Schäden an Bäumen und schlecht verankerten Gebäuden.
Windgeschwindigkeiten von 154 bis 177 Kilometer pro Stunde - Bäume werden entwurzelt und Schilder umgerissen, auch können Hausdächer, Fenster und Türen beschädigt werden. Küstenstraßen werden überflutet, kleinere ungeschützte Schiffe aus der Verankerung gerissen. Bewohnern an Küstenstreifen wird empfohlen, sich in Sicherheit zu bringen.
Windgeschwindigkeiten von 178 bis 209 Kilometer pro Stunde - mobile Häuser werden zerstört, ebenso leichtere Bauwerke in Küstennähe. Der Wind drückt Fenster ein und deckt Dächer ab. Große Bäume werden entwurzelt oder knicken einfach um. Die Überflutungen werden stärker. Ein Küstenstreifen von etwa 400 Metern Breite sollte geräumt werden.
Windgeschwindigkeiten von 210 bis 249 Kilometer pro Stunde - extreme Schäden an Gebäuden. Wohnwagen werden zerstört oder weggeweht. Bauwerke an der Küste werden durch Wind und Wellen schwer beschädigt oder zerstört, tiefer liegende Gebiete überflutet. Massive Evakuierungen sind notwendig. Menschen können zu Schaden kommen oder getötet werden.
Windgeschwindigkeiten ab 250 Kilometer pro Stunde - die Zerstörungen sind katastrophal. Es gibt schwere Überschwemmungen, Häuser werden zerstört oder fortgeblasen. Es gibt massenweise abgedeckte Dächer, zertrümmerte Türen und Fenster. In Küstengebieten sind manchmal große Evakuierungsaktionen erforderlich. Wer sich nicht in Sicherheit bringt, kann verletzt oder getötet werden.

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