Salafisten aus Wuppertal Zentralrat der Muslime verurteilt "Scharia-Polizei"

Die "Scharia-Polizei" von Wuppertal verärgert auch die Muslime: Deren Zentralratsvorsitzender Mazyek kritisiert die Aktionen scharf - und nennt die vermeintlichen Sittenwächter "Halbstarke".

Aiman Mazyek: Salafisten zweckentfremden den Islam
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Aiman Mazyek: Salafisten zweckentfremden den Islam


Wuppertal/Berlin - Die jungen Männer streiften sich orangefarbene Warnwesten mit dem Aufdruck "Shariah Police" über und erteilten in der Wuppertaler Innenstadt fromme Ratschläge: Als sogenannte Scharia-Polizei haben Salafisten als Sittenwächter posiert - und sofort war die Empörung groß.

Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, hat die Aktion jetzt scharf kritisiert. "Diese paar Halbstarken sprechen nicht in unserem Namen", sagte Mazyek im "Tagesspiegel am Sonntag". Was die Wuppertaler Salafisten täten, sei eine "Zweckentfremdung unserer Religion". Sie schadeten mit ihrer "schrillen und völlig unsinnigen Aktion" den Muslimen ungemein. Mazyek forderte allerdings auch, der Aktion nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Mönchengladbacher Prediger Sven Lau behauptete am Samstag, die ungefragt verteilten Tipps, von Laster wie Glücksspiel oder Drogen abzusehen, seien lediglich eine geschickte Werbeaktion für seine Salafisten-Truppe gewesen.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat derweil angeordnet, die orangefarbenen Westen mit dem Aufdruck "Shariah Police" sicherzustellen, sollten die Salafisten damit erneut in der Öffentlichkeit auftauchen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte es zunächst keine rechtliche Handhabe gegeben, die Westen sicherzustellen.

cht/dpa

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