Scheidungen in Deutschland Das verflixte siebte Jahr

Die Zahl der Scheidungen ist 2011 leicht gestiegen. Die meisten der betroffenen Paare lösten ihre Ehe nach dem sechsten Hochzeitstag auf - einige schafften es aber nicht einmal bis zum ersten.


Wiesbaden - Als im Jahr 1955 der Spielfilm "Das verflixte siebte Jahr" mit Marilyn Monroe anlief, scheiterten Ehen in Deutschland am häufigsten im elften Jahr. Rund 55 Jahre später schlägt sich das geflügelte Wort vom verflixten siebten Jahr auch in der Statistik nieder: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2011 die meisten Scheidungen (10.243) im siebten Ehejahr ausgesprochen.

Insgesamt wurden 2011 fast 188.000 Ehen geschieden. Das sind knapp elf von 1000 Ehen und rund 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Dauer der im Jahr 2011 geschiedenen Ehen betrug 14 Jahre und sechs Monate. Damit setzte sich 2011 der Trend der vergangenen Jahre fort, dass sich Paare erst nach einer längeren Ehedauer scheiden lassen. 1992 dauerten Ehen vor der Scheidung durchschnittlich noch elf Jahre und sechs Monate. Manche Ehen hielten 2011 noch nicht mal ein Jahr: 42 wurden schon innerhalb der ersten zwölf Monate wieder geschieden.

82 Prozent der 2011 geschiedenen Paare lebten zuvor ein Jahr getrennt. In fast der Hälfte der gescheiterten Ehen gibt es Kinder unter 18 Jahren. Insgesamt waren 2011 rund 148.200 Minderjährige von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Das sind 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

sun/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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Der Meyer Klaus 14.08.2012
1. optional
Da sollte man aber auch erwähnen das eine "reguläre Scheidung" erst durchgeführt wurde nachdem man mindestens ein Jahr getrennt lebte. Ohne bescheissen oder Härtefall ist es also eigentlich gar nicht möglich vor dem ersten Jahr geschieden zu werden.
quark@mailinator.com 14.08.2012
2. Mehr als die Hälfte ?
Keine Ahnung, wo die echte Zahl genau liegt, aber wenn man mal annimmt, daß frisch Verheiratete im Schnitt noch jeweils 50 Lebensjahre vor sich haben, dann werden im Laufe dieser Zeit von 1000 Ehen ca. 550 geschieden ... Nun gut, in Wirklichkeit sieht es wohl etwas besser aus, weil manche mehrfach heiraten und damit im Durchschnitt keine 50 Jahre mehr übrig bleiben, aber ob nun 40 oder 50 Prozent ist auch egal - die Zahl ist schmerzhaft hoch. Mal wieder interessant, daß der Artikel allemöglichen Angaben macht, aber genau die eine Zahl ausläßt, die wirklich von Interesse wäre ... 0,3 Prozent hört sich ja sooo schön niedrig an :-(.
Rainer Helmbrecht 14.08.2012
3.
Zitat von Der Meyer KlausDa sollte man aber auch erwähnen das eine "reguläre Scheidung" erst durchgeführt wurde nachdem man mindestens ein Jahr getrennt lebte. Ohne bescheissen oder Härtefall ist es also eigentlich gar nicht möglich vor dem ersten Jahr geschieden zu werden.
Ich fände es aber wichtiger, den Sinn einer Ehe, nicht in einer Scheidung zu sehen. Von denen, die sich scheiden lassen, haben doch die meisten den Sinn einer Ehe gar nicht erkannt. MfG. Rainer
wolfgangotto 14.08.2012
4. Der Artikel zeigt sehr schön,
Der Artikel zeigt sehr schön, dass das Ehegattensplitting Mist und zum Fenster hinausgeworfenes Geld ist. Die heutigen Erwerbsbiografien bedingen, dass gut ausgebildete Leute irgendwo in der Welt in langen Arbeitstagen ihr Brot verdienen, sich werktags nicht mehr sehen, nicht mehr reden, nichts mehr zusammen unternehmen und in Hotelzimmern vereinsamen. Das hält auf Dauer keine Partnerschaft lange aus.
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