Scherzanruf in Herzogin Kates Klinik Radiosender droht Strafe

Der Scherzanruf eines Radiosenders in der Klinik von Herzogin Kate hat ein Nachspiel. Es sei illegal gewesen, den Anruf auszustrahlen, urteilte ein Gericht. Nach dem Vorfall hatte sich eine Krankenschwester das Leben genommen.

Moderatoren Michael Christian und Mel Greig: Sendung gestrichen
DPA/ Southern Cross Austereo

Moderatoren Michael Christian und Mel Greig: Sendung gestrichen


Sydney - Der Scherzanruf eines australischen Radiosenders in einer Londoner Klinik hat juristische Folgen. Es sei rechtswidrig gewesen, das Telefonat auszustrahlen, urteilte das höchste australische Gericht. Zwei Moderatoren des Senders 2DayFM hatten vor mehr als zwei Jahren das Krankenhaus angerufen, in der Herzogin Kate wegen Schwangerschaftsübelkeit behandelt wurde.

Mit verstellten Stimmen gaben sie sich als Prinz Charles und die Queen aus. Eine Krankenschwester stellte den Anruf zur Station durch, wo eine Kollegin Auskunft über Kates Zustand gab. Die Geschichte ging um die Welt. Drei Tage nach dem Vorfall nahm die Krankenschwester sich das Leben.

Das Gericht hielt nun fest, dass die Moderatoren die Zustimmung der Klinik hätten einholen müssen, um den Anruf auszustrahlen. Dem Sender droht Medienberichten zufolge nun eine Strafe oder sogar der Lizenzentzug.

Die Radiomoderatoren Michael Christian und Mel Greig standen noch Wochen nach dem Vorfall in der Kritik. In einem TV-Interview entschuldigten sie sich unter Tränen. Der Sender zahlte den Angehörigen der Toten nach dem Unglück umgerechnet rund 350.000 Euro.

kis/dpa

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