Moskau - 70 Jahre nach der Schlacht von Stalingrad wird die russische Stadt Wolgograd für die Feiern zum Gedenken an den Zweiten Weltkrieg wieder ihren alten, umstrittenen Namen tragen. Das Parlament der Millionenstadt an der Wolga billigte einen Antrag von Veteranen, die Stadt am kommenden Samstag sowie an fünf weiteren Gedenktagen "Heldenstadt Stalingrad" zu nennen.
Historiker, Menschenrechtler und Politiker haben den Sowjetdiktator Josef Stalin immer wieder als Massenmörder verurteilt und vor einer Heldenverehrung gewarnt. Stalin stand fast drei Jahrzehnte bis zu seinem Tod 1953 an der Spitze der Sowjetunion. Sogar seine Anhänger räumen ein, dass er Millionen Menschen in die gefürchteten Gulags und damit in den Tod schickte.
Im Zuge einer politischen Tauwetterperiode in der Sowjetunion verlor Stalingrad 1961 nach 36 Jahren seinen umstrittenen Namen. Seitdem heißt die Stadt Wolgograd.
Medienberichten zufolge fuhren am Donnerstag auch in St. Petersburg und im sibirischen Tschita Busse mit Stalin-Porträts. Gegen ähnliche Aktionen hatte es in der Vergangenheit heftige Proteste unter anderem von der Menschenrechtsorganisation Memorial gegeben.
Vor 70 Jahren hatte die Roten Armee gegen die deutschen Truppen in Stalingrad gesiegt. Es war eine der größten Schlachten des Zweiten Weltkrieges, rund 700.000 Menschen wurden getötet. Angesichts des Sieges der Roten Armee über den Hitler-Faschismus wird Stalin auch 60 Jahre nach seinem Tod in weiten Teilen der russischen Bevölkerung verehrt.
aar/dpa
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