Schleswig-Holstein Kleingärtner nehmen Migrantenquote zurück

Die Diskriminierung im Schrebergarten hat ein Ende: In Schleswig-Holstein haben Hobbygärtner ihre Forderung nach einer Migrantenquote zurückgenommen. Die Einführung sei "ein Fehler" gewesen, der nun korrigiert wurde. Man sei schließlich nicht ausländerfeindlich.

Schrebergartenanlage in Norderstedt: Keine Migrantenquote für Vereinsmitglieder
DPA

Schrebergartenanlage in Norderstedt: Keine Migrantenquote für Vereinsmitglieder


Norderstedt - Der öffentliche Druck auf die Laubenpieper war am Ende zu groß: Ein Kleingartenverein im schleswig-holsteinischen Norderstedt hat seine umstrittene Migrantenquote zurückgenommen. Man habe sich bei den ausländischen Mitgliedern entschuldigt, ließ der Vorstand nach einer nicht-öffentlichen Sitzung verlauten.

Die Hobbygärtner hatten im Oktober beschlossen, nur noch 12,6 Prozent ihrer Lauben an Migranten zu vergeben. Das wären nur neun von insgesamt 73 Parzellen. Die Migrantenquote hatte deutschlandweit Empörung ausgelöst, die Stadt hatte eine erneute Abstimmung gefordert.

Und der Verein beugte sich der öffentlichen Kritik. "So deutlich habe ich das selten gehört, dass jemand seine Fehler zugibt und sich dafür entschuldigt", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde, Norbert Franke. Die Stimmung während der Sitzung sei positiv gewesen. Der Vorstand werde weiter im Amt bleiben. "Er hat die Vertrauensfrage gestellt, und er ist mit ganz wenigen Gegenstimmen im Amt bestätigt worden."

"Dieser Verein ist nicht ausländerfeindlich"

Zuvor hatten sich Hobbygärtner noch vehement gegen die Vorwürfe gewehrt. "Dieser Verein ist nicht ausländerfeindlich, bei allen Darstellungen, die es gegeben hat", sagte ein Mann. Dennoch verteidigten einige Gärtner die Quote. "Der Verein hat jetzt das wiedergutgemacht, was vorher schlecht gemacht worden ist", sagte Franke. "Es ist klar und deutlich geworden, dass das ein Fehler war."

Auch Kleingärtner mit ausländischen Wurzeln nahmen an der Versammlung teil. Die Entschuldigung des Vorstands wurde für sie übersetzt. Die in der Ukraine geborene Inna Rose, die mit ihrer Familie eine Parzelle in dem Schrebergarten gepachtet hat, sagte vorher: "Für mich ist es wie ein zweites Zuhause. Wenn ich meinen Kindern jetzt sage, dass wir keinen Garten mehr hier haben, weinen sie." Aus ihrer Sicht habe es nie Probleme mit der Integration gegeben.

dis/dpa



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willhy 16.12.2011
1. Ich auch..........
Zitat von sysopAusländische Wurzeln sind kein Grund für ein Laubenpieper-Verbot: Ein schleswig-holsteinischer Schrebergartenverein hat*die Forderung nach einer Migrantenquote zurückgenommen. Zuvor hatten sich Mitglieder gegen den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit gewehrt. Schleswig-Holstein: Kleingärtner nehmen Migrantenquote zurück - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,804065,00.html)
Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig. Jürgen Trittin, Bündnis90/Die Grünen
Bezahler 16.12.2011
2. Alles wird gut
Zitat von sysopAusländische Wurzeln sind kein Grund für ein Laubenpieper-Verbot: Ein schleswig-holsteinischer Schrebergartenverein hat*die Forderung nach einer Migrantenquote zurückgenommen. Zuvor hatten sich Mitglieder gegen den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit gewehrt. Schleswig-Holstein: Kleingärtner nehmen Migrantenquote zurück - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,804065,00.html)
So jetzt ist ja wieder alles in Ordnung.Die politisch-korrekte Öffentlichkeit hat nun diese tumben und kleinkarierten Kleingärtner über den Zeitgeist aufgeklärt. Politisch-correkterweise bekommen die Zuwanderer den Verlauf der Sitzung ja übersetzt.Nun können die Kleingärtner mit den aufoktruierten Zuwanderern ja wunderschön Multikulti machen. Diese Kleingärtner sind jetzt sozusagen die Kanalarbeiter der Deutschen Integrationspolitik. Richtig nah am Bürger.Wir leben schon in einem tollen Land.
gestandeneFrau 16.12.2011
3. Es
lebe die Vertragsfreiheit in Deutschland.
archivdoktor 16.12.2011
4. Und die SPD??
Zitat von sysopAusländische Wurzeln sind kein Grund für ein Laubenpieper-Verbot: Ein schleswig-holsteinischer Schrebergartenverein hat*die Forderung nach einer Migrantenquote zurückgenommen. Zuvor hatten sich Mitglieder gegen den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit gewehrt. Schleswig-Holstein: Kleingärtner nehmen Migrantenquote zurück - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,804065,00.html)
Na sowas...und die SPD führt so`ne Migrantenquote ein.....
Landleben 16.12.2011
5. Mission Accomplished
Hintergründe unklar. Problem vertagt. Bevölkerung beruhigt. Schön.
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