Wetterchaos Schneestürme kosten Menschenleben in Japan

Tote bei Verkehrsunfällen, Stromausfälle und Flugverbote - Japan kämpft mit den Schneemassen. Während es in Tokio nicht mehr schneit, kündigen sich im Nordosten des Landes neue Stürme an.

DPA

Tokio/Hamburg - Japan versinkt im Schneechaos. Nach den heftigsten Schneefällen seit Jahrzehnten sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Ein 71-Jähriger liegt nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders "NHK" im Koma. Er war auf einer glatten Straße ausgerutscht und anschließend von einem Schneepflug überrollt worden. Mehr als tausend Menschen wurden bei Unfällen auf vereisten Straße im ganzen Land verletzt. Hunderte Flüge mussten gestrichen werden, tausende Haushalte waren ohne Strom.

Für die Hauptstadt Tokio gaben die Behörden erstmals seit 13 Jahren eine Wetterwarnung wegen Schneefalls aus. Sie riefen die Anwohner auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Am Samstagabend lagen in Tokio 27 Zentimeter Schnee. So viel Schnee hatte es in der Hauptstadt nach Angaben des Wetterdienstes zuletzt vor 45 Jahren gegeben.

Das Wetter beeinträchtigte auch den Flugverkehr massiv. Zeitweise ging nichts mehr. Am Samstag sagten die Fluggesellschaften landesweit mehr als 740 Starts ab, am Sonntag waren es zunächst 200 Inlandsflüge. Die Flughäfen in Hiroshima und Kagawa schlossen zwischenzeitlich wegen Schneefalls, auch der Bahnverkehr musste teilweise eingestellt werden. Wie der Sender NHK berichtete, saßen am Sonntag fast 5000 Passagiere am Flughafen Narita in Tokio fest, weil keine Bahnen in die Stadt fuhren.

Schneestürme mit Windgeschwindigkeiten von 61 km/h

Auch kappte der Schnee die Energieversorgung. Mehr als 20.000 Haushalte waren am Sonntagmorgen von der Stromversorgung abgeschnitten. Grund für die Ausfälle in der Hauptstadtregion waren nach Angaben des Stromversorgers Tokyo Electric Power wetterbedingte Schäden.

In Fukushima, wo das vor rund drei Jahren bei einer Tsunami-Katastrophe zerstörte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi liegt, türmte sich am Sonntag eine bis zu 44 Zentimeter dicke Schneeschicht. Die Meteorologische Behörde warnte auch die Bewohner anderer Gebiete im Nordosten entlang der Pazifikküste vor heftigen Schneestürmen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu rund 61 Stundenkilometern.

mhu/Afp/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
KnutHB 09.02.2014
1. Zum Glück...
...haben all diese Wetterkapriolen nichts mit uns Menschen und all unseren Emissionen zu tun....
kumi-ori 09.02.2014
2. Na ja ...
Natürlich ist das immer tragisch, wenn Menschen einen Angehörigen verlieren, aber so außergewöhnlich sind die Vorfälle nun doch nicht. Meteorologisch bedingte Unfälle, auch mit Todesfolge, gehören leider zum menschlichen Dasein. Wenn man es sich mal statistisch durchrechnet, wird man sehr schnell merken, dass immer irgendwann irgendwo der kälteste, heißeste, trockenste, feuchteste Irgendwas seit so und so vielen Jahren ist. Das ist eine Banalität. Flugausfälle, Bahnverspätungen, Stromausfälle, das sind ja jetzt auch keine wirklichen Katastrophen. Ich erinnere mich noch, dass es, als ich Kind war, in München alle drei, vier Jahre einen Stromausfall gegeben hatte.
thanks-top-info 09.02.2014
3.
oh was, es schneit in Japan? aber ich dachte, sort könnten gar nicht? aber ein 70 jähriger Mann im Koma da ausgerutscht? und der Sack Reis, steht der noch?
gesterngingsnoch 09.02.2014
4. Die heftigsten Schneefälle
und solche Superlative beziehen sich auf den Großraum Tokyo, wo man sonst bei der dritten Schneeflocke schon Schneeketten aufzieht und bei 1 cm Naßschnee bereits das große Verkehrschaos ausbricht. Im Norden fallen auch schon mal mehrere Meter, und die Leute in Sapporo lachen sich schlapp über die Hauptstädter, die sich schon bei 1cm Schnee nicht mehr aus dem Haus trauen! Also bitte alles im Verhältnis sehen & beschreiben, liebe SPON-Redaktion!
mmtwg 09.02.2014
5. haben nichts mit uns und unseren Emissionen zu tun
Zitat von KnutHB...haben all diese Wetterkapriolen nichts mit uns Menschen und all unseren Emissionen zu tun....
Die wirksamsten Waffen der Militärs sind Chemtrails und Haarp. Es werden tonnenweise Metalle von den Chemtrail - Fliegern abgelassen ( Alu macht Krebs, Alzheimer etc ), aber auch Bakterien und Pilze... Angeblich will man der Klimaerwärmung entgegen wirken. Aber es ist eher ein Programm für einen geplanten Genozid. Auch zur Unterstützung von Haarp ( man macht leitfähige Schichten in der Atmosphäre ), um dann z.B. mit Haarp Dürren, Regen-Unwetter, Erdbeben und Tsunamis zu erzeugen. Wehrt euch endlich, sauberer-himmel.de
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