Studie über private Waffen Drei Millionen US-Bürger tragen täglich Schusswaffe

Revolver und Pistolen in Privatbesitz böten Sicherheit, argumentiert die Waffenlobby. Zahlreiche Bürger sehen das laut einer neuen Studie genauso - allerdings mit tödlichen Folgen.

Besucher einer Waffenschau im US-Bundesstaat Pennsylvania (Archiv)
REUTERS/Joshua Roberts

Besucher einer Waffenschau im US-Bundesstaat Pennsylvania (Archiv)


Rund drei Millionen US-Bürger tragen laut einer neuen Studie täglich eine geladene Schusswaffe bei sich. Neun Millionen US-Bürger gehen mindestens einmal im Monat bewaffnet aus dem Haus, wie sich aus einer Studie des "American Journal of Public Health" ergibt. Die USA haben etwa 320 Millionen Einwohner. Typischerweise sind die Waffenträger der Studie zufolge konservative junge Männer aus den Südstaaten.

Die Daten wurden 2015 in einer repräsentativen Untersuchung erhoben, für die 1444 Waffenträger befragt wurden. Rund vier Fünftel der Waffenträger haben demnach eine amtliche Erlaubnis dafür. Die meisten Waffenträger haben die Schusswaffe verborgen bei sich, nur ein Zehntel sagte aus, die Waffe offen zu tragen.

In den USA hat sich die Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze mit dem Massenmord von Las Vegas verschärft. Stephen Paddock hatte vom Fenster seines Hotelzimmers aus 58 Besucher eines Countryfestivals erschossen und Hunderte verletzt. Nach diesem Vorfall erklärte sich sogar die mächtige Waffenlobby-Organisation NRA zu leichten Verschärfungen bereit. (Lesen Sie hier die ausführliche Analyse: "Die Amerikaner und ihre Waffen".)

Dass so viele Menschen bewaffnet aus dem Haus gehen, hängt laut der neuen Studie auch damit zusammen, dass viele Staaten ihre Tragegesetze liberalisiert haben. "Der Trend zu freigiebigeren Waffentragegesetzen widerspricht der öffentlichen Meinung", zitiert der "Pacific Standard" aus der Studie. "Er könnte sogar den Interessen der öffentlichen Sicherheit widersprechen."

Wenn die Strafverfolgungsbehörden in den einzelnen Bundesstaaten die Möglichkeit hätten, fragwürdigen Antragstellern die Erlaubnis zum Waffentragen zu verwehren, sinke auch die Mordrate, schreibt der "Standard". Die Raten fallen demnach je nach Gesetzeslage um 6,5 beziehungsweise 8,6 Prozent niedriger aus.

apr/AFP



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