Flüchtlingsfrau in Schweden 106-jährige Afghanin bekommt befristetes Asyl

Eine Greisin aus Afghanistan floh über die Balkanroute bis nach Schweden, getragen von Sohn und Enkel - und sollte dann abgeschoben werden. Nun hat ein Gericht die Entscheidung aufgehoben.

Bibihal Uzbeki
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Bibihal Uzbeki


Im Mai haben die schwedischen Behörden den Asylantrag einer 106 Jahre alten Frau aus Afghanistan abgelehnt. Nun darf sie doch bleiben. Wie das in Asylfragen zuständige Gericht in Göteborg mitteilte, wird der bettlägerigen und fast blinden Bibihal Uzbeki nun für weitere 13 Monate Asyl gewährt, bevor ihr Aufenthaltsrecht erneut verlängert werden kann.

"Aus humanitärer Sicht wäre es schockierend, sie dazu zu verpflichten, in ihr Geburtsland zurückzukehren", begründeten die Richter ihr Urteil. Sie verwiesen neben dem hohen Alter der Betroffenen auch auf ihren sich verschlechternden Gesundheitszustand.

Uzbeki war 2015 über die Balkanroute bis nach Schweden gereist. Auf ihrer Reise wurde sie von ihrem Sohn und ihrem Enkel teilweise getragen. Die Familie durchquerte auf diese Weise Berge, Wälder und die Wüste.

Vor wenigen Monaten bekam Uzbeki dann einen Abschiebebescheid, der nun wieder aufgehoben wurde. Das Ausländeramt hatte damals der schwedischen Zeitung "Svenska Dagbladet" gesagt, dass "ein fortgeschrittenes Alter keinen Schutz rechtfertige". Der Fall hatte in Schweden für Aufsehen gesorgt.

asc/AFP/AP



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