"#MeToo"-Bewegung  Weitere schwedische Ministerin berichtet über Belästigung

"Ich hatte seine Hände überall": In Schweden hat nach Außenministerin Wallström nun auch die Sozialdemokratin Regnér über sexuelle Belästigung auf EU-Ebene gesprochen.

Åsa Regnér
imago/ Agencia EFE

Åsa Regnér


Schwedens sozialdemokratische Gleichstellungsministerin Åsa Regnér ist nach eigenen Angaben vor mehreren Jahren durch einen hochrangigen EU-Politiker sexuell belästigt worden. Auf dem Weg zu einem geschäftlichen Abendessen seien sie kurz in eine Bar gegangen. Die heute 53-Jährige ging davon aus, man werde über Berufliches sprechen. "Ich war jung, ehrgeizig und folgte dem Mann, um etwas zu trinken", sagte sie dem schwedischen Sender TV4. Er sei auf etwas Sexuelles aus gewesen, was sie nicht gewollt habe.

"Es war ganz anders als ich gedacht hatte", sagte sie dem TV-Kanal der schwedischen Boulevardzeitung "Expressen". "Ich hatte seine Hände überall und bemerkte, dass wir in einer dunklen Ecke saßen."

Anschließend habe sie sich dumm gefühlt. "Warum dachte ich, er sei an meiner Meinung und meinem möglichen Wissen interessiert? Es ist klar, dass er das nicht war." Das habe sie, damals junge Mitarbeiterin der Regierung, wütend gemacht. Zuvor hatte sie konstatiert: "Jetzt bin ich ganz schön alt, über 50, und das heißt leider auch, dass man das ein oder andere durchgemacht hat."

Bereits vergangene Woche hatte die schwedische Außenministerin Margot Wallström von sexueller Belästigung der Politik berichtet. Sie schloss sich auf Facebook der "#MeToo"-Bewegung an, bei der Frauen nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen gegen Produzent Harvey Weinstein weltweit von Übergriffen und Belästigungen berichten. Wallström gab an, während eines Abendessens mit Staats- und Regierungschefs begrapscht worden zu sein.

apr/dpa

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