Schweiz 66-jährige Frau bringt Zwillinge zur Welt

Im Alter von 66 Jahren ist eine pensionierte Schweizer Pfarrerin Mutter von Zwillingen geworden. Sie gilt damit als die älteste Gebärende des Landes. Die Frau soll im Ausland eine Eizellspende erhalten haben.


Zürich - Dass Frauen ihre Kinder teils erst mit 40 Jahren bekommen, ist mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich. Der Fall einer Schweizer Pfarrerin schon. Mit 66 Jahren hat sie Zwillinge geboren. Damit sei die Frau "die älteste Gebärende" der Alpenrepublik, berichtete am Sonntag das Schweizer Fernsehen (SF). Das zuständige Einwohneramt habe die Geburt im Kantonsspital Graubünden in Chur und damit einen Bericht der Boulevardzeitung "Sonntags-Blick" bestätigt.

Die Zwillinge - beides Jungen - kamen dem Zeitungsbericht zufolge vor rund zwei Wochen per Kaiserschnitt zur Welt. Sie sollen sich noch auf der Überwachungsstation der Klinik befinden. Die Kinder und die Mutter hätten den Kaiserschnitt gut überstanden. "Es ist unglaublich, was heute medizinisch möglich ist", zitierte die Zeitung die Mutter. Weiter wolle sie sich in den Medien nicht äußern, sondern "das Ereignis nun in aller Stille genießen".

Medizinische Fortschritte ermöglichen es immer mehr Frauen, auch in einem relativ hohen Alter noch zu gebären. In den vergangenen fünf Jahren wurden allein in der Schweiz mindestens vier Frauen mit mehr als 60 Jahren Mutter. Den "Weltrekord" soll eine Inderin halten, die noch mit 70 ein Kind bekam. Nach Angaben der Zeitung soll die Schweizerin in die Ukraine gereist sein, wo neben Samenspenden auch Eizellspenden erlaubt seien.

Bislang galt, dass Frauen ab einem bestimmten Alter keine leiblichen Kinder mehr bekommen können. Wenn überhaupt, dann war eine Schwangerschaft nur mit implantierten, fremden Eizellen möglich. Doch kürzlich haben Mediziner bislang unbekannte Stammzellen entdeckt, aus denen Eizellen hervorgehen können. Neue Fruchtbarkeitsbehandlungen von Frauen scheinen damit eines Tages denkbar.

Forscher träumen bereits von einer Stammzellenbank, in der die Ei-Stammzellen eingefroren und gelagert werden können. Wenn eine Frau ein Baby bekommen möchte, könnte sie daraus Zellen entnehmen. Im Gegensatz zu menschlichen Eiern sollen die Ei-Stammzellen selbst nicht empfindlich sein, was die Lagerung einfacher machen könnte.

hda/dpa



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