Manila - Pro Jahr treffen rund 20 Taifune die Philippinen, doch Sturm "Nesat" hat die Inselgruppe mit ungeahnter Wucht erfasst. Obwohl das Auge des Sturms rund 240 Kilometer weiter nordöstlich lag, fegten Taifunausläufer über die Hauptstadt. Dort entwurzelten die Böen Bäume, rissen Strommasten um und setzten ufernahe Bezirke unter Wasser.
Mindestens 16 Menschen sind bisher ums Leben gekommen, berichtete die Behörde für Zivilverteidigung. Diese Zahl könnte sich aber noch erhöhen, zahlreiche Menschen werden vermisst. In Manila und im Nordosten des Landes fiel großräumig der Strom aus, Erdrutsche versperrten wichtige Straßen.
Die Koordination der Rettungsarbeiten ist schwierig, weil die Telefonverbindungen unterbrochen sind und die Stromversorgung in weiten Teilen der Insel Luzon unterbrochen ist. Daher konnten sich die Katastrophenbehörden am Dienstag zunächst keinen genauen Überblick über die Schäden verschaffen.
Doch schon jetzt zeigt sich ein Bild der Verwüstung: In den Straßen liegen umgerissene Straßenschilder, Müllcontainer und abgestürzte Dachpfannen. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, darunter das einer Notunterkunft, in der 500 Menschen Zuflucht gesucht hatten. Die Regierungsgebäude, Schulen und die Börse blieben geschlossen.
Viele Flüge gestrichen, Häfen geschlossen
Im ganzen Land waren Nah- und Fernverkehr durch den Sturm massiv beeinträchtigt. Dutzende Flüge wurden gestrichen und der Fährverkehr eingestellt. Tausende Passagiere konnten ihre Reise nicht fortsetzen und mussten an Häfen oder Flughäfen ausharren.
In den Stadtteilen Ermita und Malate in Ufernähe befinden sich zahlreiche Hotels für Touristen und Geschäftsleute. Dort stand das Wasser teilweise 1,50 Meter hoch in den Straßen, von vielen Autos waren nur noch die Dächer zu sehen.
Das Auge des Taifuns erreichte die Nordostküste des Landes nach Angaben der Wetterbehörde kurz nach Mitternacht. "Nesat" wirbelte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 Kilometern in der Stunde. Er zog in nordwestlicher Richtung über die Insel Luzon und schwächte sich dabei den Angaben zufolge merklich ab. Das gewaltige Tiefdruckgebiet hatte einen Durchmesser von rund 600 Kilometern.
jok/APD/dpa
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