Teure Reparaturen an Schulschiff Zukunft der "Gorch Fock" fraglich

Teuer, teurer, "Gorch Fock": Das berühmte Schulschiff der Marine sticht womöglich nie wieder in See. Die Reparaturkosten an dem maroden Segler könnten zu hoch sein.

DPA

Ist es das Aus für die "Gorch Fock"? Derzeit werde geprüft, ob sich die nötigen Reparaturen an dem Dreimaster noch lohnen oder ob der Bau eines neuen Schiffes sinnvoller sein könnte, sagte ein Sprecher der Marine in Rostock. Er bestätigte damit entsprechende Informationen des Norddeutschen Rundfunks.

Die "Gorch Fock" war vor einem Jahr zu einer Routineinspektion ins Dock gebracht worden. Dabei wurden unter anderem Schäden am Oberdeck sowie marode Masten entdeckt. Weil diese Reparaturen deutlich teurer sind als die ursprünglich geplanten Instandsetzungsarbeiten, wurden die Arbeiten an dem Schiff im Spätherbst gestoppt und eine Wirtschaftlichkeitsprüfung in Auftrag gegeben.

35 Millionen Euro für die "Weiße Lady" nötig

Das Ergebnis soll demnächst vorliegen. Dem NDR-Bericht zufolge will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in der kommenden Woche entscheiden, wie es weitergeht. Anfang vergangenen Jahres sei man von knapp zehn Millionen Euro für Reparaturen der "Weißen Lady" ausgegangen, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Inzwischen müssten etwa 35 Millionen Euro für die Erhaltung ausgegeben werden.

Der Bund der Steuerzahler hatte die vielen teuren Reparaturen der vergangenen Jahre an dem fast 60 Jahre alten Schiff in seinem Schwarzbuch 2016 angeprangert. Dabei wurde unter anderem noch mit rund 20 Millionen Euro für den Neubau der mehr als 40 Meter hohen Masten gerechnet.

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Segelschulschiff: Was wird aus der "Gorch Fock"?

Auf dem Schiff, das 1958 vom Stapel gelaufen war, wurde jahrzehntelang der Offiziersnachwuchs der Marine ausgebildet. Die Schulungen finden derzeit auf anderen Schiffen statt. In den vergangenen Jahren hatte die "Gorch Fock" vor allem mit der Aufarbeitung des Todes der jungen Kadettin Jenny Böken für Schlagzeilen gesorgt. Sie war 2008 bei einer Fahrt in der Nordsee über Bord gegangen.

apr/AFP

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