Sexfilme: Los Angeles plant Kondom-Pflicht für Pornodarsteller

Das Gesetz könnte Auswirkungen auf die gesamte Sexfilmbranche haben: Einem Zeitungsbericht zufolge will Los Angeles eine Kondom-Pflicht für Pornodarsteller verfügen. Doch die Regelung ist umstritten. 

Pornodarstellerin auf einer Messe: "Diese Menschen sollten Kondome benutzen. Immer" Zur Großansicht
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Pornodarstellerin auf einer Messe: "Diese Menschen sollten Kondome benutzen. Immer"

Los Angeles - Mehr als zehn Jahre lang überwachte eine Klinik die Gesundheit der Beschäftigten in der milliardenschweren Porno-Industrie von Los Angeles. Dann schloss die Einrichtung im Dezember plötzlich, weil ein Darsteller HIV-positiv getestet worden war. Laut "New York Times" will nun die Stadt die Gesundheitsaufsicht für die Branche übernehmen.

Dem Bericht zufolge sprachen sich Stadtverordnete einstimmig für einen Gesetzentwurf aus, der vorsieht, dass an Porno-Sets in L.A. stets Kondome verwendet werden müssen. "Wir können unsere Köpfe nicht länger in den Sand stecken", sagte Stadtrat Bill Rosendahl der Zeitung. "Diese Menschen sollten Kondome benutzen. Immer."

Das städtische Gesetz wäre das erste, das der amerikanischen Pornofilm-Industrie spezielle Sicherheitsstandards auferlegt. Bislang war es ihr gestattet, sich weitestgehend selbst zu überwachen - durch eine gemeinnützige Klinik, die wiederum von Produktionsfirmen finanziert wurde.

Die Produzenten hatten vereinbart, nur Darsteller zu engagieren, die sich in den vergangenen 30 Tagen einem Gesundheitscheck unterzogen hatten. In jüngster Zeit gab es jedoch wiederholt Vorwürfe, die Klinik würde die Pornodarsteller nur unzureichend schützen.

"Das System hat seit Jahren funktioniert", behauptet hingegen Filmproduzent Steven Hirsch. "Wenn wir gesehen haben, dass die Leute krank wurden, haben wir die Benutzung von Kondomen verbindlich angeordnet." Die Branche befürchtet nun erhebliche Umsatzeinbußen.

Frühere Versuche, die Benutzung von Kondomen gesetzlich zu regeln, waren in Los Angeles gescheitert. Die Verwaltung der Stadt teilte zudem mit, eine Überwachung der Vorschrift sei ihr aufgrund fehlender personeller Ressourcen unmöglich. Zudem ist laut "New York Times" unklar, ob die Stadt überhaupt die eine Gesetzgebungskompetenz in dieser Sache hat.

wit

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