Prostitution: Sexsteuer-Automat beschert Bonn 35.000 Euro

Die Straßen-Sexsteuer in Bonn lohnt sich : Der Ticketautomat für Prostituierte auf dem Straßenstrich brachte der Stadt im ersten Jahr 35.000 Euro ein. Das ist nur ein kleiner Teil der gesamten Abgaben aus dem Rotlichtmilieu.

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dapd

Straßenstrich-Ticketautomat in Bonn: "Sexsteuer wird von den Prostituierten akzeptiert"

Bonn - Ein Ticket aus dem Sexsteuer-Automaten kostet sechs Euro und gilt für die Geschäftszeit einer Straßenprostituierten - von 20.15 Uhr bis 6 Uhr. Viele der Frauen halten sich daran: Der umgebaute Parkscheinautomat auf dem Bonner Straßenstrich hat der Stadtkasse im ersten Jahr 35.200 Euro eingebracht.

"Die Sexsteuer wird von den Prostituierten akzeptiert", sagte eine Sprecherin der Stadt. In Bordells und Saunaclubs wird die Abgabe bereits durch die Anfang 2011 eingeführte Sexsteuer automatisch eingezogen. Seit August 2011 müssen auch Straßen-Sexarbeiterinnen ihre Einnahmen versteuern. Der Automat solle Steuergerechtigkeit schaffen, argumentierte die Stadt.

Zudem machen seit zwölf Monaten Kontrolleure auf dem Straßenstrich die Runde, Prostituierte müssen das Ticket vorzeigen. Die Summe von sechs Euro wird unabhängig von der Zahl der Kunden fällig. Nicht alle der Frauen halten sich an diese Regelung. Im ersten Jahr seien sieben Bußgelder und rund 20 Verwarnungsgelder festgesetzt worden, hieß es im Rathaus. Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern des Stadtordnungsdienstes sowie des Kassen- und Steueramtes habe es aber nicht gegeben.

Über den Automaten wird nur ein kleiner Teil der Gesamteinnahmen durch die Sexsteuer gesammelt. Die Summe der Abgaben aller Prostitutionsbetriebe betrug laut der Stadt Bonn 2011 insgesamt 250.000 Euro. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden den Angaben zufolge bereits 220.000 Euro verbucht. Damit hätten die Einnahmen die Erwartungen der Stadt an das laufende Jahr jetzt schon übertroffen, sagte die Sprecherin.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Stadt Bonn habe sich von dem Steuerautomaten mehr als 200.000 Euro versprochen. Diese Zahl bezog sich jedoch auf die Gesamteinnahmen aller Prostitutionsbetriebe in Bonn. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

fhu/dapd

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