Sicherheitskonzept für Oktoberfest "Jeder Wiesn-Besucher kann sich sicher fühlen"

Mit verschärften Sicherheits- und Einsatzkonzepten für das Oktoberfest reagieren Polizei und die Stadt München in diesem Jahr auf die gestiegene Terrorangst.

Münchner Brauereibesitzer stoßen auf den Wiesn-Beginn an
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Münchner Brauereibesitzer stoßen auf den Wiesn-Beginn an


"Auf eine friedliche Wiesn!", wird Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beim Fassanstich zur Eröffnung des Oktoberfests rufen. Und damit auch gleich das Hauptthema der diesjährigen Veranstaltung formulieren.

Seit den Anschlägen von Würzburg und Ansbach sowie dem Amoklauf von München fragen sich viele, ob die von Millionen Menschen aus dem In- und Ausland besuchte Großveranstaltung Ziel eines Attentats werden könnte.

"Jeder Besucher kann sich auf dem Oktoberfest sicher fühlen", sagte Polizeivizepräsident Werner Feiler am Mittwoch bei der Präsentation des aktuellen Sicherheitskonzepts. Konkret sehen die Maßnahmen folgendermaßen aus: Mehr Polizisten, mehr Videokameras, mehr Ordnungskräfte und intensivere Kontrollen sollen auf dem erstmals rundum eingezäunten Gelände die Sicherheit gewährleisten.

Die Polizei hat bis zu 600 Beamte im Einsatz, rund 100 mehr als in den Vorjahren. Bis zu 29 Videokameras statt bisher 19 liefern Bilder vom Festgelände. Die Stadt hat zudem 450 Ordnungskräfte engagiert, etwa 200 mehr als im Vorjahr. Wie bereits angekündigt, wird das Mitführen von Rucksäcken und großen Taschen auf dem Veranstaltungsgelände verboten sein.

Der Stadtrat ermöglichte das im Frühjahr ursprünglich noch abgelehnte Einzäunen des gesamten Geländes. Die Zäune wurden erst in dieser Woche aufgebaut. Sie sind so feinmaschig, dass niemand einfach hinüberklettern kann. Außerdem sind sie so flexibel, dass sie im Fall einer Panik in Sekunden geöffnet werden können.

Sämtliche Sicherheitsmaßnahmen seien präventiv zu verstehen, betont die Polizei. "Es gibt keinerlei Hinweise auf eine konkrete Gefährdung", so Vizepräsident Feiler.

Auf der Webseite sicherewiesn.de geben Frauenschutzorganisationen Tipps für einen unbeschwerten Besuch des Oktoberfestes. Sie warnen vor K.-o.-Tropfen und bieten eine App an, auf der Mädchen und Frauen alle wichtigen Infos, Telefonnummern aber auch eine separate Notruffunktion abrufen können. Das Oktoberfest beginnt an diesem Samstag in München und dauert bis zum 3. Oktober.

Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) bemühte sich, die Sicherheitsdebatte aufzulockern: "Alle Wiesn-Biere sind absolut sicher, man braucht für diese auch keinen Rucksack."

ala/dpa/AFP

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
hemberg 14.09.2016
1. Sicher vor was?
bestimmt nicht vor der finanziellen Ausbeutung durch die Wiesenwirte dir für etwas mehr als einen halbe Liter, den sie als Maas verkaufen, 12 ? verlangen. Bundesbürger gehen da eh schon keine mehr hin. Nur noch Touristenfalle.
barlog 14.09.2016
2.
"...keinerlei Hinweise auf eine konkrete Gefährdung". Soso. Mal abgesehen, daß wir das auch zu hören bekommen würden, wenn es Hinweise auf eine konkrete Gefährdung geben würde, habe ich nicht den Eindruck, daß heutzutage professionell organisierte Attentäter mit Ankündigung auftreten, wie man nach erfolgten Attentaten immer wieder lesen darf, diesmal in der Vergangenheitsform.
Stäffelesrutscher 14.09.2016
3.
"Jeder Wiesn-Besucher kann sich sicher fühlen" Keine Schlägereien? Keine Anrempler durch besoffene Bayern? Das wäre ganz was Neues.
eigene_meinung 14.09.2016
4.
"Jeder Wiesn-Besucher kann sich sicher fühlen" So sicher wie im Gefängnis! oder im Big-Brother-Haus. Dieses Oktoberfest wird seinen Namen nicht mehr verdienen.
Racer77 14.09.2016
5. Rucksackverbot...
Gilt das Verbot nur für Rucksäcke und Sporttaschen? Wenn ich die Handtaschen mancher Frauen sehe, dann haben die auch Rucksackgröße. Sind die auch verboten oder ist das ganze wieder sexistisch und man sieht mal wieder nur Männer als Gefahr? Was eine Frau alles in ihrer großen Handtasche haben kann ist auch für einen Anschlag ausreiched...
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